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Gute Arbeit: Handyverbot nach Dienstschluss.

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Gute Arbeit: Handyverbot nach Dienstschluss

Nach Feierabend auf Aus

13.06.2012 Ι Der Fluch des Handys: Immer mehr Beschäftigte sind auch außerhalb ihrer Arbeitszeit für Vorgesetzte, Kunden oder Kolleginnen und Kollegen mobil erreichbar. Jetzt fordert Arbeitsministerin Ursula von der Leyen Funkstille nach der Arbeit und klare Regeln im Betrieb. Das begrüßt die IG Metall. Doch schlichte Appelle an die Arbeitgeber reichen nicht.
So wie es Bauhelme gebe, müsse es auch besseren Arbeitsschutz bei Handykultur und Mailverkehr geben. In diesem Punkt kann die IG Metall Arbeitsministerin Ursula von der Leyen nur beipflichten. Denn die ständige Erreichbarkeit nach der Arbeitszeit ist für viele Arbeitnehmer stressig. Jetzt fordert die Ministerin, Arbeit und Freizeit deutlich zu trennen sowie klare Regeln im Betrieb. Die müsste der Arbeitgeber setzen, aber auch von den Beschäftigten gelebt werden - appelliert von der Leyen.

88 Prozent kennen keine Funkstille

Arbeiten an jedem Platz der Welt und das rund um die Uhr: Smartphones machen es möglich. Das mobile Endgerät gleicht ständig Daten mit dem Netzwerkrechner im Betrieb ab und leitet E-Mails auch außerhalb des Büros an den Empfänger weiter. Der Druck auf Arbeitnehmer, permanent erreichbar zu sein, ist gestiegen. Hinzu kommt: Meist fehlen klare Absprachen, wie und wann solche mobilen Datenträger genutzt werden sollen. Rund 88 Prozent der Beschäftigten sind laut einer Umfrage auch nach Feierabend mobil erreichbar. Sie reagieren auf Arbeitsaufträge vom Vorgesetzten oder beantworten E-Mails von Kollegen oder Kunden.

Strengere Regeln würde die IG Metall daher sehr begrüßen. Aber: "Schlichte Appelle an die Arbeitgeber reichen nicht", sagt Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall. "Frau von der Leyen kann sich nicht aus ihrer eigenen Verantwortung stehlen, selbst für klare und verbindliche Regeln im Arbeitsschutz zu sorgen." Als Vorbild könnte Volkswagen dienen: Dort hat der Betriebsrat für die VW-Beschäftigten Ende 2011 eine "Blackberry-Pause" nach Feierabend durchgesetzt. Nach Dienstschluss schaltet sich die E-Mail-Funktion automatisch ab.

Keine Pflicht, ständig verfügbar zu sein

Arbeitsrechtlich sind Beschäftigte nicht verpflichtet, ständig mobil verfügbar zu sein oder außerhalb des Betriebs elektronische Nachrichten zu bearbeiten. Zudem darf der Arbeitgeber den Gebrauch von Mobilgeräten nur anordnen, wenn der Betriebsrat zustimmt.

Doch selbst wer dienstlich mit einem Smartphone ausgestattet wird, ist nicht automatisch verpflichtet, am Abend, am Wochenende oder im Urlaub berufliche E-Mails zu lesen und zu bearbeiten. Ein Recht, auf das immer weniger Arbeitnehmer pochen, weil sie die Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit kaum noch beachten. Nur bei einer arbeits- oder tarifvertraglich vereinbarten Rufbereitschaft muss der Beschäftigte auf Abruf "unverzüglich" die Arbeit aufnehmen. Diese Einsatzzeit muss der Arbeitgeber dann besonders vergüten.

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