Tarifabschlüsse Handwerk 2021
Ab Januar mehr Geld im Handwerk

3,7 Prozent mehr Geld im Elektrohandwerk Hessen und Rheinland-Pfalz. 5,6 Prozent mehr im Tischlerhandwerk Ost. Und eine Reihe weiterer guter Tarifabschlüsse hat die IG Metall zum Jahresende 2021 durchgesetzt. Ein wesentlicher Grund: Immer mehr Beschäftigte im Handwerk treten in die IG Metall ein.

21. Dezember 202121. 12. 2021


Zum Jahresende 2021 hat die IG Metall im Handwerk eine Reihe von Tarifabschlüssen mit deutlichen Entgelterhöhungen durchgesetzt. Besonders profitieren die Auszubildenden. Ihre Vergütungen erhöhen sich oft überproportional, also stärker, als die der ausgelernten Beschäftigten.

Ein wesentlicher Grund für die Tarifabschlüsse: Die Neuaufnahmen von Handwerkerinnen und Handwerkern in die IG Metall haben 2021 um 7,7 Prozent zugelegt. Die Anzahl der IG Metall-Mitglieder im Handwerk steigt.

„Unsere guten Verhandlungsergebnisse waren möglich, weil immer mehr Beschäftigte im Handwerk in die IG Metall eintreten“, erklärt Ralf Kutzner, im IG Metall-Vorstand für das Handwerk verantwortlich. „Gerade in der harten Corona-Zeit arbeiten viele Handwerker an der Belastungsgrenze. Dafür wollen sie Geld sehen. Der Druck aus den Betrieben wächst – und sorgt für den nötigen Rückenwind für unsere Verhandlungskommissionen.“
 

Tarif Warnstreik Handwerk Schlosserhandwerk NRW Nordrhein-Westfalen Tarifrunde

Warnstreik der Schlosser in Nordrhein-Westfalen. Foto: Bernd Röttgers


Mehr Geld ab 1. Januar in vielen Branchen

Die Tarife in den einzelnen Branchen und Tarifgebieten sind unterschiedlich. Daher sind Tariferhöhungen nicht direkt vergleichbar.

Elektrohandwerk: 3,7 Prozent mehr Geld in Hessen und Rheinland-Pfalz

Im Elektrohandwerk Hessen und Rheinland-Pfalz steigen die Entgelte zum 1. Januar 2022 um 3,7 Prozent, am 1. Mai 2023 kommen weitere 3,3 Prozent dazu. Für die Auszubildenden gibt es zeitgleich zwei überproportionale Erhöhungen – je nach Ausbildungsjahr zwischen 6,5 und 9,3 Prozent mehr. Die Laufzeit: Der Entgelttarifvertrag ist erstmals zum 31. Mai 2024 kündbar. Dann kann die IG Metall erneut Erhöhungen durchsetzen.

Galvaniseur-Graveur-Metallbildner-Handwerk: 2,8 Prozent mehr Geld bundesweit

Die Entgelte im Galvaniseur-, Graveur- und Metallbildner-Handwerk steigen am 1. Januar 2022 bundesweit um 2,8 Prozent, am 1. Februar 2024 um weitere 2,4 Prozent. Die Ausbildungsvergütungen erhöhen sich um 30 Euro ab 1. März 2022 und um weitere 30 Euro ab 1. August 2023. Die Laufzeit: Der Entgelttarif kann zum 31. Januar 2024 erstmals gekündigt werden.

Kälteanlagenbau: 3 Prozent mehr in Niedersachsen – 5,1 Prozent in Sachsen-Anhalt

Im Kälteanlagenbauerhandwerk Niedersachsen steigen die Entgelte am 1. Januar 2022 um 3 Prozent, in Sachsen-Anhalt um 5,1 Prozent, wodurch Sachsen-Anhalt dann auf 98 Prozent an den Tarif von Niedersachsen aufrückt. Am 1. Januar 2023 kommen weitere 2,8 Prozent für beide obendrauf. In der nächsten Tarifrunde will die IG Metall die volle Ost-West-Angleichung erreichen. Die monatlichen Ausbildungsvergütungen steigen überproportional zugleich um zwei Mal 50 Euro auf dann bis zu 1060 Euro im vierten Ausbildungsjahr. Die Laufzeit: bis 31. Dezember 2024.

Metallhandwerk: 3 Prozent mehr Geld in Schleswig-Holstein

Im Metallhandwerk Schleswig-Holstein steigen die Löhne und Gehälter ab 1. Januar 2022 um 3 Prozent und ab 1. Januar 2023 um weitere 3 Prozent. Die Ausbildungsvergütungen erhöhen sich zeitgleich um jeweils 25 Euro, im vierten Ausbildungsjahr um zwei Mal 40 Euro im Monat.

Die Beschäftigten im Metallhandwerk Berlin-Brandenburg erhalten zunächst spätestens im Februar 2022 eine Coronaprämie von 385 Euro. Am 1. Juli 2022 erhöhen sich die Stundenlöhne um 50 Cent, am 1. Januar 2023 um weitere 50 Cent. Das entspricht einer prozentualen Erhöhung um 6,85 Prozent. Facharbeiterinnen und Facharbeiter der Ecklohngruppe 3 (Hauptstufe) erhalten dann 2512 Euro monatlich. Auszubildende erhalten 50 Euro mehr im Monat ab Januar 2023, im vierten Ausbildungsjahr dann monatlich 950 Euro. Laufzeit bis 31. Dezember 2023.

Sanitärhandwerk: 2,7 Prozent in Bremen – 3,2 Prozent in der Pfalz – 3,45 Prozent in Hessen

Im Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk Hessen steigen die Löhne und Gehälter zum 1. Januar 2022 um 3,45 Prozent. Im Januar 2023 geht es dann um weitere 3,15 Prozent nach oben. Die monatlichen Ausbildungsvergütungen erhöhen sich deutlich um jeweils 60 Euro. Die Laufzeit: bis zum 31. Dezember 2023.

Im Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk Bremen steigen die Entgelte am 1. Januar 2022 um 2,7 Prozent und um weitere 2,4 Prozent im Januar 2023. Die Mindest-Stundenlöhne in der untersten Lohngruppe steigen dadurch von 14,52 Euro auf 15,27 Euro. Die monatlichen Ausbildungsvergütungen steigen zugleich um jeweils 20 Euro auf bis zu 980 Euro im vierten Ausbildungsjahr. Laufzeit bis 31. Dezember 2023.

Im Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk Pfalz steigen die Löhne und Gehälter am 1. Januar 2022 um 3,2 Prozent und um weitere 2,3 Prozent am 1. Januar 2023. Die Ausbildungsvergütungen erhöhen sich zeitgleich um jeweils 30 Euro. Laufzeit bis 31. Dezember 2023.

Tischlerhandwerk: 5,6 Prozent in Ostdeutschland – 7,2 Prozent in Berlin

Im Tischlerhandwerk Ostdeutschland (ohne Berlin) erhöhen sich die Tarifentgelte und Ausbildungsvergütungen zum 1. Januar 2022 um 5,6 Prozent, am 1. Januar 2023 um weitere 5,22 Prozent und am 1. Januar 2024 um 4,68 Prozent. Insgesamt erhöhen sich das Facharbeiter-Eckentgelt in den nächsten zwei Jahren um 376 Euro von 2262 auf 2638 Euro im Monat – oder 15,75 Euro in der Stunde. Eine Steigerung um 16,62 Prozent in drei Jahren.

Im Tischlerhandwerk Berlin gab es zunächst im November 375 Euro Coronaprämie. Ab 1. Januar 2022 steigen die Entgelte um ganze 7,2 Prozent. Dazu kommt weitere Erhöhungen um 3,5 Prozent ab Januar 2023 sowie 3,8 Prozent ab Januar 2024. Die Ausbildungsvergütungen steigen bis September 2023 in drei Stufen um bis zu 143 Euro. Im vierten Ausbildungsjahr übersteigen die monatlichen Vergütungen dann die 1000-Euro-Marke.

Weitere Tarifabschlüsse

Im Metallbau- und Feinwerktechnik-Handwerk Baden-Württemberg stiegen die Entgelte und Ausbildungsvergütungen (auch für dual Studierende) bereits am 1. Dezember 2021 um 3,6 Prozent. Dazu kommt eine Einmalzahlung von 120 Euro. Die Laufzeit: bis 31. Januar 2023.

Die Vergütungen für mechanische Metallhandwerke, Kälte- und Klimatechnik und Zweiradmechanik und Zweiradmechatronik in Bayern wurden am 1. November 2021 um 2,8 Prozent angehoben. Die monatlichen Ausbildungsvergütungen stiegen überproportional um 100 Euro.

 

Tariftabellen geben Auskunft

Wie hoch die einzelnen Löhne, Gehälter, Entgelte und Vergütungen sind – darüber geben unsere Tariftabellen Auskunft.

Für IG Metall-Mitglieder bieten wir zudem die Broschüre „Daten-Fakten-Informationen“ (DFI) an. Sie enthält alle wichtigen Tarifdaten der Branchen und Handwerke des Organisationsbereichs der IG Metall und wird regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht. Die jeweils aktualisierte Broschüre gibt es für Mitglieder zum Herunterladen (PDF, 230 Seiten).

Bei Fragen zu Eurem Tarif wendet Euch gerne auch an Eure IG Metall vor Ort.

Macht mit und werdet Mitglied der IG Metall, damit wir gemeinsam gute Tarife durchsetzen können.
 


Tarifdaten und Abschlüsse 2021

2,8 Prozent mehr für Schlosser in NRW – viele weitere Tarifrunden im Handwerk

Mehr Geld im Elektrohandwerk

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