In der Produktion des Auto-Zulieferers APCB in Zehlendorf warten nur zwei Techniker Maschinen, die übrigen arbeiten kurz – wie in vielen Berliner Unternehmen. Kurzarbeitergeld ist ohne Frage eine soziale Errungenschaft, aber die gesetzlichen 60 Prozent des Nettogehalts bzw. 67 Prozent für Eltern reichen nicht. Und Schichtarbeitende trifft es – wie bei APCB – noch härter, denn keine Arbeit, keine Schichtzulage. „Das hätte für uns herbe Verluste bedeutet“, sagt Soner Sinac, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender. „Die IG Metall hat daher für uns die tarifliche Ankündigungsfrist verhandelt und wir haben eine Aufzahlung über 80 Prozent sowie eine Ausgleichszahlung für Schichtarbeiterinnen und -arbeiter erreicht.“
Wie bei APCB haben Betriebsrätinnen und Betriebsräte in vielen Berliner Betrieben Aufzahlungen auf 80 bis 100 Prozent durchgesetzt und damit die finanzielle Lage der Beschäftigten entschärft. Als Schulen und Kitas zumachten und Eltern nicht wussten, wie sie Kinder und Arbeit vereinbaren sollten, fanden viele Betriebsräte gemeinsam mit den Arbeitgebern gute Vereinbarungen. „Bei Gillette konnten Beschäftigte auch mal bezahlt freinehmen, bis sie eine Lösung gefunden hatten“, sagt Betriebsratsvorsitzender Lars Papenbrock.
„Durch ihr beherztes und umsichtiges Handeln haben Betriebsrätinnen und Betriebsräte die soziale Lage der Beschäftigten deutlich verbessert und damit viel zum sozialen Frieden in Berlin beigetragen“, erklärt Birgit Dietze, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Berlin. „Unsere jüngst erzielten Tarifabschlüsse in der Metall-, Elektro- und der Textilindustrie flankieren dies.“ Eine gewaltige Herausforderung besteht derzeit für alle darin, sich schnell auf ändernde Gesetze einzustellen.
Das gelang den Berliner Betriebsräten im engen Pingpong mit der IG Metall Berlin, die zusammen mit ihren Arbeitnehmeranwältinnen und -anwälten schnell für Rechtssicherheit sorgte, indem sie ihr Wissen telefonisch oder in neu geschaffenen Webinaren weitergab.
Viele Betriebsrätinnen und Betriebsräte fanden kluge Lösungen, ihre Beschäftigten zu informieren, so bei Bosch.IO: „Wir haben eine Sammelsprechstunde via Skype angeboten, zu der sich viele zugeschaltet haben“, sagt Betriebsratsvorsitzender Olaf Märker. Dieses Format will der Betriebsrat nun regelmäßig nutzen.
In der Krise zeigt sich der Wert der Mitbestimmung. „Für gute Lösungen braucht es gut informierte und starke Betriebsrätinnen und Vertrauensleute, genauso eine starke IG Metall. Deshalb laden wir alle Nicht-Mitglieder ein, sich an unserer Solidargemeinschaft zu beteiligen“, sagt Birgit Dietze. Je stärker Beschäftigte, Betriebsräte und Gewerkschafter organisiert sind, desto größer ist der Spielraum für kluge Verhandlungen und gute Ergebnisse.
Fotos: Christian von Polentz/transitfoto.de In der riesigen APCB-Halle arbeiten nur noch Wartungstechniker.
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