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Der Bildungs(s)checker

Bericht aus Bezirk BayernBayerische Beschäftigte können Bildungsschecks über 500 Euro erhalten. Weiterbildungsinitiator Markus Brönner verrät, wie das funktioniert.


Ist die Corona-Krise eine gute Gelegenheit, dass ich mir einen Kopf über meine berufliche Zukunft mache?

Markus Brönner: Jeder Moment ist dafür gut! Wenn die Arbeit zurückgefahren wird, gibt das einem auch die Zeit, an die eigene berufliche Entwicklung zu denken. Es gibt auch mehr als immer nur betriebliche Bedarfe, sondern vor allem persönliche Bedürfnisse!

Was kostet mich meine Entwicklung?

Zeit, aber nicht unbedingt Geld. Es gibt viele gute und kostenfreie E-Learning-Angebote zur eigenen „Transformation“ im Beruf wie „Massive Open Online Courses“.

Beschäftigte in Bayern können jetzt Bildungsschecks über 500 Euro erhalten. Wie weit komme ich mit dem Geld?

Das ist für Weiterbildungen über ein paar Tage mit mindestens acht Stunden ge-dacht. Die Kosten dafür bewegen sich in der Regel zwischen 500 und 1500 Euro! Der Vorteil vom Bildungsscheck ist, dass sich Beschäftigte unabhängig von den Interessen ihres Arbeitgebers für ihre Entwicklung und Ziele entscheiden können – ob im aktuellen oder für den nächsten Job.

Was geht nicht mit dem Bildungsscheck?

Etwa die Förderung von Meister-, Techniker- oder Fachwirt-Kursen. Dafür gibt’s das Aufstiegs-BAföG und in Bayern den Meister-Bonus.

Welche Voraussetzungen muss ich als Beschäftigter für die Förderung erfüllen?

Arbeits- oder Wohnort in Bayern und ein Einkommen als Beschäftigter von mindestens 20000 Euro. Für Einkommen darunter gibt es die Bildungsprämie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Auszubildende sind leider beim Bildungsscheck ausgenommen.

Der Bildungsscheck muss für den Bereich „Digitalisierung“ genommen werden. Schließt das nicht eine Menge aus?

Als Weiterbildungsinitiatoren machen wir einiges möglich! Natürlich können Beschäftigte den Scheck für neue Qualifizierung etwa bei agilem Projektmanagement, Robotik, Industrie 4.0, 3D-Druck oder Künstliche Intelligenz einsetzen. Ich empfehle aber zunächst frei zu denken! Zum Beispiel hatte ich einen Fitnesstrainer zur Beratung, der sich für eine Weiterbildung zur Erstellung von Trainingsplänen interessiert hat. Im Gespräch kam dann heraus, dass er dies mit Hilfe von Videoanalyse tun möchte. Auch das hat mit Digitalisierung zu tun, wenn moderne Technologie zum Einsatz kommt.

Wie weiß ich, in welche Richtung ich mich am besten bilden will und soll?

Es kommt darauf an, ob eher bestehende persönliche Wissenslücken geschlossen werden sollen, man sich einem ganz neuem Thema widmen möchte oder man eine berufliche Veränderung anstrebt. Ich kläre bei meinen Beratungen die aktuelle und zukünftige Arbeitssituation und versuche, daraus gemeinsam ein Weiterbildungsziel abzuleiten.

Wie erkenne ich gute Weiterbildungsangebote?

Wer einen Bildungsscheck einlösen will, kann das nur bei einem zertifizierten Anbieter tun. Bei der eigenen Recherche kann das „Bildungsportal Bayern“ hilfreich sein.

Wie bürokratisch ist der Bildungsscheck?

Für Formulare gehen zweimal zehn Minuten drauf. Für eine 500 Euro geringere Kursgebühr finde ich das ganz okay!


BILDUNGSSCHECK

Der bayerische Bildungsscheck verringert die Gebühren bei zertifizierten Anbietern um 500 Euro. Er kann einmal pro Jahr (zunächst bis Mitte 2021) in Anspruch genommen werden. Hier helfen die bayerischen Weiterbildungsinitiatorinnen und -initiatoren weiter.
Weitere Infos: bit.ly/bayernscheck

Weiterbildungsinitiatoren beraten und geben die Bildungsschecks aus. Eine ortsnahe Suche gibt es hier: bit.ly/bildungssuche

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Übergabe: Markus Brönner übergibt den ersten Bildungsscheck an Elmira Neumann. Sie finanziert sich damit eine Weiterbildung im Bereich 3D-CAD-Systeme.
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