Bericht aus Bezirk Mitte Abkühlende Konjunktur, der Umbau der Automobil- und Zuliefererindustrie nimmt Fahrt auf, die Auswirkungen auf die Beschäftigten verheißen nichts Gutes. Das sind die Vorzeichen der Tarifbewegung in der Metall- und Elektroindustrie 2020
zu Beginn des Jahres möchte ich Euch alles Gute für dieses neue Jahr 2020 wünschen, persönlich wie auch beruflich. Das neue Jahr wird große Herausforderungen bringen.
Die Konjunktur kühlt ab, der Umbau der Automobil- und Zuliefererindustrie nimmt sichtbar Fahrt auf. Viele Konzerne und Unternehmen nutzen das Argument der Transformation, um Teile ihrer Unternehmen und der Beschäftigten abzubauen, anstatt verantwortliche Zukunftskonzepte zu entwickeln. Zudem steht 2020 die Tarifbewegung in der Metall- und Elektroindustrie an.
Seit der letzten großen Wirtschaftskrise ab 2008 ging es für die Metall- und Elektroindustrie Jahr für Jahr bergauf. Die Beschäftigung nahm deutlich zu. Das ändert sich gerade rasant. Vor allem Leiharbeiter- innen und Leiharbeiter bekommen das zu spüren, in vielen Betrieben werden sie von einem Tag auf den anderen „abgemeldet“.
Einer Umfrage vom Oktober zufolge haben wir in der Automobil- und Zuliefererindustrie unseres Bezirks bereits in mehr als 140 Betrieben konkrete Auswirkungen. Diese sind sehr unterschiedlich, das reicht vom Abbau der Arbeitszeitguthaben bis hin zur Ankündigung von Betriebsschließungen. Überall im Bezirk wehren sich in diesen Tagen und Wochen Belegschaften gegen die Abbaupläne der Arbeitgeber.
Inmitten dessen diskutieren die Tarifkommissionen der IG Metall über die Forderungen für die kommende Tarifbewegung in der Metall- und Elektroindustrie. Die Arbeitgeber werden nicht müde, die vergangenen Tarifabschlüsse als „viel zu hoch“ und „zu kompliziert“ zu kritisieren, jetzt fordern sie Lohnzurückhaltung. Zur Begründung wird vorgetragen, dass die Unternehmen Geld für Investitionen bräuchten, um die Transformation zu bewältigen.
Die Wirklichkeit in vielen Betrieben sieht anders aus: Als Zukunftskonzept wird schon verkauft, wenn hochprofitable Unternehmen angesichts rückläufiger Produktionszahlen Arbeitsplätze abbauen oder ganze Werke nach Osteuropa verlagern wollen. Verantwortung für abhängig Beschäftigte und Auszubildende, soziale Verantwortung sieht anders aus. Die klare Botschaft aus der Tarifkommissionssitzung am 12. Dezember in Hanau:
Die Unternehmen haben in den vergangenen zehn Jahren hohe Gewinne gemacht, die sie jetzt für die nötigen Investitionen verwenden müssen.
Arbeitsplatzabbau und Werksschließungen werden sich die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie nicht gefallen lassen. Die Tarifkommissionen werden darüber diskutieren, wie wir auf die Pläne der Arbeitgeber mit einem integrierten Handlungskonzept aus Tarifpolitik, Betriebs- und Gesellschaftspolitik antworten.
Jörg Köhlinger
Bezirksleiter IG Metall Mitte
Foto: IG Metall Wir fordern #FAIRWANDEL durch Zukunftstarifverträge im Betrieb und Unternehmen, durch Flächentarif und aktive Industrie- und Arbeitsmarktpolitik.
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