483 Delegierte haben in Nürnberg auf dem Gewerkschaftstag diskutiert. Und Ihr wart dabei. Wie war das?
Antonius Thölken, Betriebsratsvorsitzender von Boge Elastmetall in Damme: Die Stimmung war gut, auch wenn es ein anstrengender Gewerkschaftstag war. 800 Anträge sind schon eine Hausnummer. Hut ab vor den Organisator(inn)en und dem Päsidium. Die Themen waren vielfältig und es ist schwer, die Bandbreite in Kürze darzustellen. Aber natürlich war mir unser Antrag zur Finanzierung der Geschäftsstellen besonders wichtig, um auch in Zukunft die Arbeit in der Fläche sicherzustellen. Denn wir als kleine Geschäftsstelle sind besonders betroffen. Aber auch die Themen zur Altersvorsorge, die Stärkung der gesetzlichen Rente und die Angleichung der Arbeitszeit Ost-West sowie die Sonderkonditionen für IG Metall-Mitglieder waren mir wichtig.
Stefan Brandt, Vertrauensskörperleiter bei ZF in Dielingen: Das ist mir auch alles wichtig. Und wir müssen als Betriebsräte die Transformation in den Betrieben begleiten. Deshalb ist die „IG Metall vom Betrieb aus denken“, keine neue, aber wichtige Weichenstellung. Gute betriebliche Strukturen sind die Basis für Mitbestimmung. Da müssen wir zum Teil noch erheblich besser werden. Doch wir brauchen auch weiterhin eine gute Betreuung der Betriebe in der Fläche durch die Geschäftsstelle und das muss finanziert werden. Zudem ist die gesellschaftspolitische Arbeit der Geschäftsstelle wichtig. Gute Arbeitsbedingungen und gute Lebensbedingungen greifen ineinander.
Martin Krügel, Vertrauenskörperleiter bei Faurecia in Stadthagen: Ich war als Gast beeindruckt von der diszipli- nierten Debattenkultur. Ich finde, dass wahre Demokratie nicht am Werkstor aufhören darf – erst recht nicht die Solidarität für weniger Leistungsfähige. Deshalb war mir der Antrag „Mehr Wirtschaftsdemokratie wagen“ wichtig. Besonders gefallen hat mir, dass Hans-Jürgen Urban vom Vorstand einen Systemwechsel gefordert hat. Die Wirtschaft darf nicht länger als „heilige Kuh“ betrachtet werden, die ausschließlich die Profitwünsche der Superreichen befriedigt. Da- rum fand ich den Antrag „Soziale Sicherheit statt Hartz IV“ enorm wichtig. Wir müssen als Gewerkschaften die Politik unter Druck setzen, damit Menschen, egal in welcher Lebenslage, solidarisch versorgt werden, auch in Rente. Gerade in Deutschland ist genug für alle da.
Sabrina Wirth, Erste Bevollmächtigte: Dieser Gewerkschaftstag war eine spürbare Erfahrung von Basisdemokratie. Jedes Mitglied konnte sich mit Ideen und Wünschen einbringen, die dann diskutiert wurden. Natürlich ist es nicht einfach, eine Finanzierung für kleine Geschäftsstellen zu erarbeiten. Aber wir sind dran. Und gesellschaftlich haben wir auch Zeichen gesetzt. Unser Antrag zur Einrichtung einer „Task Force gegen Union Busting“ (Gewerkschaftszerstörung) wurde angenommen. Wir müssen Interessenvertretende vor den Attacken von Arbeitgebern schützen. Das ist ein Angriff auf die Mitbestimmung und damit auf die Demokratie. Und da bin ich noch bei einem weiteren Herzensthema, das von uns allen gestützt wird: Unsere Demokratie wird gefährdet durch die aktuellen rechten Entwicklungen in der Politik. Deshalb ist das Signal „Klare Kante gegen Rechts“ wichtig. Außerdem wünsche ich mir mehr Mut, sich verbal rechten Argumenten entgegenzustellen.
Foto: IG Metall „Eine enorme Bandbreite an Themen, die auch gesellschaftliche Auswirkungen haben“: Delegierte der IG Metall Nienburg-Stadthagen: Antonius Thölken (l.) und Sabrina Wirth, Erste Bevollmächtigte (r.). Gäste waren die Vertrauenskörperleiter Martin Krügel (2.v..l) von Faurecia und Stefan Brandt von ZF Dielingen.
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