Der 1. Mai drohte in Uslar Geschichte zu werden. 2017 wurde die Maifeier erstmals abgesagt. 2018 kamen nur wenige, sodass das endgültige Aus drohte. Betriebsrätin Martina Neupert: „Diese Entwicklung wollten wir aufhalten, auch um Werte wie Solidarität wieder zu stärken.“
Das Industriesterben in der Region war ein Grund, dass immer weniger Menschen die Maifeiern besuchten. Mageba (früher die Sollinger Hütte) hat zum Beispiel wie andere Betriebe in der Region erst Arbeitsplätze reduziert und dann die Firma nach Göttingen verlegt. Jetzt droht die Schließung bei AKG Thermotechnik mit rund 60 Arbeitsplätzen. Demag-Betriebsratsvorsitzender Norbert Wehrhahn: „Es sind zwar neue Arbeitsplätze im Dienstleistungs- bereich entstanden, aber die Beschäftigten kennen oft die Werte und Errungenschaften der Arbeiterbewegung wie die 35-Stunden-Woche oder die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall nicht.“
Zu den Auswirkungen des Strukturwandels kommt noch die demographische Entwicklung hinzu. Die Orte in der Region veralten.
„Wer etwas verändern will, muss handeln. Deshalb haben wir eine Arbeitsgruppe im Betriebsrat gegründet und ein neues Konzept auf den Weg gebracht“, berichtet Karsten Rojahn, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender und Leiter der IG Metall-Nebenstelle Uslar.
Die drei Initiatoren haben sich 2019 noch Verstärkung geholt und einen regionalen Arbeitskreis gegründet. Seitdem sind auch Demag-Betriebsrat Aaron Gummich sowie Norbert Kiefer von der IG Bau, Jürgen Budzinsky (VW Baunatal), Dr. Wolfgang Schäfer (Bodenfelde), Matthias Rieger vom DGB Uslar-Bodenfelde und Arno Riedke (Uslarer Ortsbürgermeister und Gewerkschaft Verdi) dabei. Das Team hat 2019 ein Maifest mit einem Besucherrekord von 500 Gästen auf die Beine gestellt.
Mit einem professionellen Marketing, wie einem Plakat und Flyer, sorgten Wolfgang Schäfer und sein Sohn Leonard (angehender Grafikdesigner) für Aufmerksamkeit. Die Betriebsräte organisierten die Feier mit Kinderanimation, Life-Musik und Kulinarischem.
2020 steht die Maifeier unter dem Motto „Solidarisch ist man nicht allein“, und der Arbeitskreis hat die Devise ausgegeben: kürzere Reden und mehr Zeit zum Austausch. Hauptredner ist Manfred Zaffke von der IG Metall. Ein Grußwort wird Ortsbürgermeister Arno Riedke sprechen. Zwischen den Redebeiträ- gen wird Kurt Peschanel Arbeiterlieder singen. Der Metaller hat vor seiner Rente bei Spänex gearbeitet. Auch die Band Bears & Buffalos wird wieder für Stimmung sorgen, wie 2019, als spontan Mitglieder einer „Line dance“-Gruppe tanzten. Gesponsert wird die Feier vom DGB und der IG Metall.
Wichtiger Hinweis:Bei Redaktionsschluss stand noch nicht fest, ob die 1. Mai-Veranstaltung 2020 aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden muss.
Fotos: IG Metall Über 500 Menschen waren am 1. Mai 2019 in Uslar mit dabei.
Demag-Betriebsräte Norbert Wehrhahn (l.), Martina Neupert und Karsten Rojahn: Solidarität leben und gemeinsam gestalten
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