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Daimler-Betriebsrat setzt Überprüfung von Fremdvergabe durch
S-Klasse-Sitze bleiben im Werk Sindelfingen – Batterie kommt auch

Die Daimler-Unternehmensleitung hat 2018 beschlossen, die Fertigung der Sitze für die S-Klasse fremd zu vergeben. Der Betriebsrat von Daimler in Sindelfingen hat nun erreicht, dass die S-Klasse-Sitze in Sindelfingen bleiben – und zugleich die Fertigung von Batterien und des Modells GLC kommt.


Geht doch – trotz Corona-Krise: Die Fertigung der Sitze für die neue S-Klasse wird nun doch nicht fremd vergeben – sondern bleibt im Mercedes-Benz-Werk Sindelfingen. Das hat der Betriebsrat durchgesetzt.

Die Unternehmensleitung hatte 2018 die Vergabe der Sitzfertigung an eine Fremdfirma beschlossen. Der Betriebsrat akzeptierte das – setzte aber im Gegenzug durch, dass dafür die Fertigung von Batterien und die Fertigung des SUV-Modells GLC nach Sindelfingen kommen.

„Dennoch haben wir als Betriebsrat die Wirtschaftlichkeit der Fremdvergabe der S-Klasse-Sitzfertigung immer in Frage gestellt und uns weiterhin für den Erhalt der Arbeitsplätze der Kolleginnen und Kollegen eingesetzt“, erklärt der Betriebsratsvorsitzende Ergun Lümali. „Eine Wirtschaftlichkeitsrechnung bestätigt jetzt unsere Haltung und bringt endlich Klarheit: Eine Fremdvergabe ist nicht günstiger. Unsere S-Klasse-Sitzfertigung bleibt am Standort Sindelfingen – und die Batteriefertigung kommt auch.“

 

Informations- und Diskussionsveranstaltung des Betriebsrats bei Daimler Sindelfingen zur Auslagerung von Teilen der IT. (Foto: Betriebsrat Daimler Sindelfingen)

 

Betriebsrat wird auch Verlagerung von IT-Umfängen prüfen

Nachdem der Betriebsrat die S-Klasse-Sitze im Werk gehalten hat, wird er nun auch bei den angestrebten Auslagerungsplänen von Teilen der IT genau hinschauen. Weltweit wird die Auslagerung 2000 und deutschlandweit rund 870 Beschäftigte betreffen, davon rund 150 Kolleginnen und Kollegen am Standort Sindelfingen. Der Betriebsrat wird sich vergleichbar zur S-Klasse-Sitzfertigung aufstellen und auch hier die strategische Planung und die Wirtschaftlichkeit der Auslagerungspläne gemeinsam mit Wirtschaftsprüfern checken. Dazu führt der Betriebsrat auch Gespräche mit den IT-Beschäftigten, um ihre Expertise einzuholen.

Klar ist: Keiner der am Standort Sindelfingen 150 betroffenen IT-Beschäftigten kann gezwungen werden, zu Fremdfirmen zu wechseln. Ende Juli hat der Betriebsrat durchgesetzt, dass es trotz Corona keine betriebsbedingten Kündigungen gibt und die Zukunft bis 2030 gesichert ist.

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