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Stahlfusion von Thyssen-Krupp mit Tata verzögert sich
Nicht um jeden Preis

Die Fusion der Stahlunternehmen von Thyssen-Krupp und Tata ist noch nicht in trockenen Tüchern. Tata will einem niederländischen Standort Sonderrechte gewähren. Metaller befürchten Nachteile für deutsche Standorte.


Diesen Mai soll die Fusion zwischen Thyssen-Krupp Steel Europe (TKSE) und dem indischen Unternehmen Tata Steel besiegelt werden. So der Zeitplan der Vorstände. Jetzt ist jedoch wieder offen, ob der Vertrag bald unterschrieben werden kann. Denn vor kurzem wurden die Beschäftigten der deutschen Thyssen-Krupp-Tochter von einer irritierenden Nachricht überrascht: Tata Steel hat seinem profitablen Standort im niederländischen Ijmuiden zugesichert, über seine Gewinne künftig allein entscheiden zu können. Die Niederländer wollen außerdem einen eigenen Vorstand und Aufsichtsrat behalten. Und bei ihnen soll die – für die Zukunft des Gemeinschaftsunternehmens wichtige – Forschung und Entwicklung angesiedelt sein. 

Metaller fragen sich, inwiefern in solchen Fall noch von einem Gemeinschaftsunternehmen gesprochen werden kann. Tata besitzt nicht nur das florierende Werk in Holland. In das Joint Venture mit Thyssen-Krupp bringt es noch ein hoch defizitäres Werk im walisischen Port Talbot ein.


„Nachteile nehmen wir nicht hin“ 

Die IG Metall-Vertreter in den Aufsichtsräten von Thyssen-Krupp und TKSE wollen die Details der Fusionspläne jetzt genau und in aller Ruhe prüfen. „Uns geht es nicht darum, die Fusion zu verhindern“, erklärt Tekin Nasikkol, Aufsichtsratsmitglied bei Thyssen-Krupp und Betriebsratsvorsitzender des größten TKSE-Standorts Duisburg. „Aber wir wollen sie auch nicht um jeden Preis. Nachteile für unsere Standorte und Belegschaften nehmen wir nicht hin.“ Ohne einheitliche Bedingungen für alle würden die Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter dem Joint Venture nicht zustimmen.

In den deutschen Stahlwerken von Thyssen-Krupp sind rund 27 000 Menschen beschäftigt. Ende Dezember hatte die IG Metall für sie einen Tarifvertrag „Zukunft Stahl“ ausgehandelt, der ihnen Schutz im Falle einer Fusion bieten soll. Der Vertrag gibt ihnen eine neunjährige Arbeitsplatzgarantie. Mindestens bis 2026 gibt es keine Kündigungen, alle Standorte bleiben erhalten. In einer Mitgliederbefragung an allen Standorten bundesweit hatten mehr als 90 Prozent der IG Metall-Mitglieder unter den Beschäftigten zugestimmt.

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