Die Ausgangslage war eindeutig, die Idee einleuchtend: „Wir wollten Kolleginnen und Kollegen mit einer Behinderung aus den Werkstätten in den Betrieb holen“, sagt Carsten Schmela, Schwerbehindertenvertreter beim Maschinenbauer Körber Technologie in Hamburg-Bergedorf. „Es ging uns darum, diese Beschäftigten individuell in das Arbeitsleben zu integrieren.“ Aus dieser Anfangsidee ist seit 2022 am Standort ein wachsendes System entstanden, ein lebendiger Prozess, der Beschäftigten mit Beeinträchtigungen verschiedene Wege der Teilhabe ermöglicht. Für diese Arbeit, für diesen Erfolg ist das SBV-Team von Körber Technologie nun für den diesjährigen Betriebsrätepreis nominiert. „Die Nominierung freut uns sehr, sie ist eine Anerkennung unserer Arbeit“, sagt Carsten Schmela. Und Arbeit ist es gewesen, dieses flexible, offene Inklusionssystem am Standort aufzubauen.“
Der Weg war nicht leicht: Am Standort gab es zuvor keine strukturierte Zusammenarbeit mit Werkstätten und kein systematisches Inklusionsmodell. Die Idee von Carsten Schmela und seinen Mitstreitern von der Schwerbehindertenvertretung (SBV) war nun: Die Kolleginnen und Kollegen aus den Werkstätten sollen die Möglichkeit bekommen, im Unternehmen zu arbeiten und Teil des Arbeitslebens zu werden. „Unser Ziel war es, ein nachhaltiges System zu entwickeln, das echte Teilhabe ermöglicht und nicht von Zufall abhängig ist.“
Teilhabe ermöglichen
Das ist gelungen. Und dass es gelungen ist, liegt auch daran, dass die SBV am Standort den gesamten Prozess Schritt für Schritt entwickelt und umgesetzt hat: Sie haben eine eigene Arbeitsgruppe im Unternehmen etabliert, sie haben Praktikumsplätze zur individuellen Erprobung entwickelt, sie haben Einzelarbeitsplätze, zum Beispiel in der Poststelle, für Beschäftigte mit einer Behinderung aufgebaut.
Dazu haben sie bei sich den „DUOday“ als niedrigschwelligen Einstieg aufgebaut. Der Duoday ist ein Aktionstag für mehr Inklusion im Arbeitsleben. Die Idee: Menschen mit Beeinträchtigungen bilden an diesem Tag ein „DUO“ mit Mitarbeitenden aus Unternehmen oder Verwaltungen und erhalten praxisnahe Einblicke in verschiedene Berufsfelder. „Menschen, die zuvor jahrzehntelang ausschließlich in Werkstätten tätig waren, erleben erstmals den Schritt in ein Unternehmen“, sagt Carsten Schmela. Besonders eindrucksvoll war die Entwicklung im Schraubenlager. „Einzelne Beschäftigte berichten, dass sie durch die Arbeit erstmals das Selbstvertrauen entwickelt haben, sich auch auf externe Arbeitsplätze zu bewerben – etwas, das vorher nicht vorstellbar war.“
Verschiedene Wege der Integration
Schließlich und kontinuierlich haben sie eine enge Zusammenarbeit mit Fachbereichen und Führungskräften vorangetrieben. „Auf diese Weise ist es uns gelungen, für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen stabile Übergänge bis hin zur Festanstellung zu etablieren, dadurch haben die Kollegen sehr viel Selbstbewusstsein erlang und sind jetzt fit für den ersten Arbeitsmarkt “, sagt Carsten Schmela.
Heute bestehen am Standort verschiedene Wege der Integration: „Es gibt individuelle Einzelarbeitsplätze, Praktika und Entwicklungsmöglichkeiten, tariflich abgesicherte Beschäftigung und Perspektiven in den allgemeinen Arbeitsmarkt“, sagt Carsten Schmela. „Das ist ein großer Erfolg.“





