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Rückblick auf 2014, Ausblick auf 2015

Die IG Metall - Garant für gute Chancen

19.01.2015 Ι Die IG Metall startet gestärkt ins Jahr 2015. Viele neue Mitglieder machen die Gewerkschaft schlagkräftiger. Das ist gut so. Denn 2015 will sie einiges auf den Weg bringen. Die erste Etappe ist die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie. Danach warten weitere Aufgaben, um die Anforderungen einer modernen Industrie- und Arbeitszeitpolitik einzulösen.

Unsere Arbeitswelt wandelt sich grundlegend. Aufgrund der demografischen Entwicklung und großer Umwälzungen in der Industrie verändern sich die Arbeits- und Lebensbedingungen. Umso wichtiger ist es, den Menschen Sicherheit zu geben. Und die bietet die IG Metall. Dass auf sie Verlass ist, das stellt die Gewerkschaft tagtäglich unter Beweis: Indem sie die richtigen Antworten auf drängende Fragen gemeinsam mit den Beschäftigten sucht. Richtschnur dafür sind die Mitglieder und ihre Forderungen. "Wir beteiligen unsere Mitglieder immer stärker an unserer politischen Schwerpunktsetzung", erklärt Detlef Wetzel, Erster Vorsitzender der IG Metall.

 


Zuwachs bei den Jungen, Angestellten und Frauen

Im vergangenen Jahr nahm die IG Metall mehr als 110 000 neue Mitglieder auf. Zum vierten Mal hintereinander hat sie mehr Mitglieder gewonnen als durch Austritte oder Todesfälle verloren. Insgesamt zählte sie zum Jahresbeginn 2 269 281 Mitglieder. Vor allem in den Betrieben legte die Gewerkschaft kräftig zu. Ihrem Ziel, die Vielfalt in den Betrieben auch in der Mitgliedschaft abzubilden, kommt sie immer näher.

Zuwächse gab es bei den Angestellten, den Frauen und bei der Jugend. Seit 2007 ist die Zahl ihrer jungen Mitglieder unter 27 Jahren um fast 15 Prozent gestiegen. Insgesamt sind jetzt 230 152 junge Menschen bei der IG Metall organisiert. "Damit sind wir nach wie vor die größte politische Jugendorganisation in Deutschland", stellt Wetzel fest. Am stärksten wuchs die IG Metall im vergangenen Jahr bei den kaufmännischen Angestellten. Mit einem Plus von 1,5 Prozent sind jetzt 312 758 kaufmännische Angestellte, Ingenieure und technische Experten in der IG Metall. Sie alle haben die Vorteile einer Mitgliedschaft erkannt. Ebenso wie viele Leiharbeitnehmer. Von Ihnen sind 2014 mehr als 10 000 der IG Metall beigetreten.

 



Erfolge für die Beschäftigten

Die IG Metall begrüßt den Mindestlohn und die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren. Das sind Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt. Weitere Schritte in die richtige Richtung sind die Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen, die Begrenzung der Leiharbeit und das Rückkehrrecht zur früheren Arbeitszeit nach der Elternzeit. Für 2015 sieht die IG Metall jedoch weiteren Korrekturbedarf. Notwendig ist die Regulierung von Werkverträgen, die durch Outsourcing entstehen und allein dem Zweck dienen, Tariflöhne zu drücken und die Mitbestimmung zu schwächen. Notwendig sind auch erweiterte Mitbestimmungsrechte und klare Regeln für prekäre digitale Arbeit. Denn hier wird Erwerbsarbeit zur Ware, die dann global in virtuellen und rechtsfreien Räumen ohne soziale Absicherung gehandelt wird.


Außerdem muss hierzulande dringend mehr Geld in die Infrastruktur fließen: In moderne Verkehrswege, das Bildungssystem, intelligente Energienetze und die Breitbandanbindung. Das sind Aufgaben des Staates. "Wir brauchen pro Jahr mindestens 20 Milliarden Euro mehr staatliche Investitionen", rechnet der Gewerkschaftsvorsitzende vor. Von den Unternehmen fordert Wetzel ebenfalls mehr Initiative: Sie sollten vorrangig in moderne Produktionstechnik investieren, statt die Gewinne ins Ausland zu verschieben oder ihre Anleger mit hohen Dividenden glücklich zu machen. 


Schwerpunkt moderne Industrie

Detlef Wetzel, Jörg Hofmann, Jürgen Kerner (v.l.)


Eine moderne Industriepolitik funktioniert nur gut mit einem Wirtschafts- und Wettbewerbsmodell, das nicht billiger, sondern innovativer und besser ist, das nicht kurzfristig, sondern nachhaltig agiert. Daher hat die IG Metall schon Ende vergangenen Jahres das "Bündnis für Industrie" initiiert. Hier vertritt sie die Interessen der Beschäftigten für gute Arbeitsbedingungen in einer starken Industrie. Heute entscheidet sich, ob Deutschland auch in Zukunft noch ein erfolgreicher Industriestandort ist. Dabei sind gut qualifizierte Fachkräfte die entscheidenden Faktoren. Hoch technisierte Produktionsverfahren brauchen gut ausgebildete Beschäftigte. Es ist fatal, dass die Zahl der jungen Facharbeiter in der Metall- und Elektrobranche in den letzten 20 Jahren um 36,5 Prozent gesunken ist. Die Unternehmen müssen mehr Ausbildungsplätze anbieten und mehr in die Weiterbildung von Beschäftigten investieren. Wer industrielle Wertschöpfung in Deutschland halten will, der muss die Menschen und ihre Qualifikationen in den Mittelpunkt stellen.
 

Tarifrunde Metall und Elektro

Bildung spielt eine entscheidende Rolle. Damit Deutschland ein erfolgreicher Industriestandort bleibt, aber auch weil Qualifikationen den Beschäftigten Chancen sichert. Deshalb fordert die IG Metall für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in der aktuellen Tarifrunde neben mehr Geld und einer neuen Altersteilzeit auch mehr Zeit und Geld für Bildung. "Wir gehen gut aufgestellt in diese Tarifrunde", sagte Jörg Hofmann, Zweiter Vorsitzender der IG Metall. Er kritisierte, dass die Arbeitgeber die letzten Monate nicht dazu genutzt haben, sich mit der IG Metall auf Eckpunkte bei den Forderungen zur Bildungs- und Altersteilzeit zu verständigen. Im Gegenteil: "Sie provozieren offen den Konflikt", so der Zweite Vorsitzende.
 

Neben der Tarifrunde stehen für die IG Metall weitere Themen dieses Jahr an. Ein wichtiges Anliegen ist eine Arbeitszeitgestaltung, die sich an die Bedürfnisse der Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen anpasst. "Eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Leben und mehr selbstbestimmte Zeit sind deshalb zentrale Herausforderungen", erklärte Jörg Hofmann.


Finanziell gut gewappnet

Für ihre künftige Arbeit ist die IG Metall finanziell solide aufgestellt. 2014 nahm die Gewerkschaft rund 516 Millionen Euro an Mitgliedsbeiträgen ein, berichtete der Hauptkassierer Jürgen Kerner. Ein großer Teil der Gelder floss in die Arbeit vor Ort. Weiter investiert die IG Metall in ihre Bildungsarbeit, die Kommunikation und Information ihrer Mitglieder. "Die IG Metall ist finanziell gut aufgestellt und jederzeit handlungsfähig! ", sagte Kerner. Jederzeit, so betonte der Gewerkschafter "auch in der Tarifrunde 2015 für die Metall- und Elektroindustrie". 

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