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Arbeitslosigkeit junger Menschen in Europa
Für eine Achse der Solidarität

Sparen – unter diesem Motto werden in Südeuropa Löhne und Sozialausgaben gekürzt. Dafür steigen die Steuern und Abgaben. Opfer dieser Politik sind vor allem junge Menschen. Viele von ihnen sind arbeits- und chancenlos. Das geht uns auch hierzulande etwas an. Die IG Metall fordert gerechte ...



... Chancen auf Bildung, Ausbildung und einen Job.

Griechenland, Spanien, Frankreich, Portugal und Großbritannien – überall das gleiche Bild. Junge Menschen sind arbeitslos und werden zu Opfern der Krise. In Spanien und Griechenland sind jeder zweite Junge arbeitslos. In Portugal und Italien ist es jeder Dritte. Aber auch Frankreich und Großbritannien kommen auf einen Arbeitslosenquote unter Jugendlichen die über 20 Prozent liegt.


Nur die halbe Wahrheit

Rosig ist die Lage auch hierzulande für junge Menschen nicht. Verglichen mit anderen europäischen Ländern steht Deutschland gut da. Doch die Arbeitslosenquote bei den unter 25-Jährigen in Deutschland lag im Sommer 2012 nach Angaben von Eurostat bei knapp acht Prozent. Ob man arbeitslos ist oder einen Job hat – entscheidend dabei sind häufig die Qualifikationen und Bildungsabschlüsse. Doch die Bildungschancen sind nicht für alle gleich. Bildung hängt noch immer stark vom Geldbeutel der Eltern ab. Und auch dann, wenn junge Menschen einen Job haben, aus dem Schneider sind sie deshalb noch lange nicht. Viele von ihnen arbeiten in Leiharbeit oder werden nur befristet angestellt. Die offizielle Quote zeigt zudem nur die halbe Wahrheit. Denn viele junge Arbeitslose tauchen in der offiziellen Statistik nicht auf. Sie durchlaufen staatlich geförderte Übergangsmaßnahmen, machen Praktika oder drücken länger als gewollt die Schulbank.



Opfer des Systems

Dank Export läuft die Wirtschaft in Deutschland noch rund, doch langfristig wird sich die Krise in Südeuropa auch auf Deutschland auswirken, befürchtet Eric Leiderer, Bundesjugendsekretär der IG Metall. „Die Krise in Südeuropa schlägt doch auf uns zurück. Es gibt bereits erste Verlagerungen von Jobs nach Süden – weil dort die Löhne immer billiger werden“, sagt er im Interview mit der „Metallzeitung“. Er fordert mehr Aufklärung und Solidarität mit den Arbeitnehmern in den anderen Ländern. „Das Bild von den ’faulen Südländern’, wie es etwa die Bild-Zeitung herausposaunt, stimmt einfach nicht. Das sind Menschen wie wir, die Opfer des Systems geworden sind.“


Gesetzliche Ausbildungsgarantie

Junge Menschen brauchen ein Recht auf Perspektiven, Sicherheit und Verlässlichkeit. Helfen könnte eine Ausbildungsgarantie, wie sie in einzelnen Ländern wie Österreich und Finnland bereits gilt. Die Mittel dafür würden weit unter den Summen liegen, die für die Rettung der Banken ausgegeben wurden. Doch da die EU in erster Linie darauf setzt, den Schuldenabbau durch Kürzungen der öffentlichen Ausgaben, höheren Steuern, Privatisierungen und Lohn- und Rentenkürzungen in den Krisenländern zu betreiben, stehen die Chancen auf eine Ausbildungsgarantie schlecht.


IG Metall startet Kampagne

Wer seine Zukunft planen will, eine Familie gründen oder eine eigene Wohnung beziehen will, der braucht einen sicheren und unbefristeten Arbeitsplatz. Das gilt unabgängig vom Geschlecht und vom Alter der Menschen. In der Metall- und Elektroindustrie ist der IG Metall mit der Übernahmegarantie für Auszubildende ein großer Schritt in Richtung Sicherheit gelungen. Trotzdem ist noch nicht alles in trockenen Tüchern. Deshalb hat die IG Metall ihre Kampagne „Arbeit – sicher und fair“ gestartet. Sie will hierzulande prekäre Jobs eindämmen, Niedriglöhne begrenzen ebenso wie Leiharbeit und Werkverträge. Wenn das gelingt, dann hilft das auch den jungen Menschen in den Krisenländern.

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