Betriebsrätepreis 2014: BMW Landshut
Wandel durch Qualifizierung

Wenn Unternehmen auf neue Technologien umstellen, nutzen sie das nicht selten zu Jobstreichungen. Dass das bei BMW nicht passiert ist, ist vor allem ein Verdienst des Betriebsrats. Die Arbeitnehmervertretung setzte auf Qualifizierung und nun wächst die Zahl der Arbeitsplätze sogar. Dafür wurde ...

5. September 20145. 9. 2014


... der Betriebsrat für den Betriebsrätepreis nominiert.

Für Nenad Tubic war es die zweite Chance. Ohne Ausbildung hing er sieben Jahre als Leiharbeiter zwischen Hoffen und Bangen. Jetzt hat er einen Abschluss als Maschinen- und Anlagenführer und eine feste Stelle. Die zweite Chance für Ungelernte ist ein Baustein der Betriebsvereinbarung, die die Qualifizierung bei BMW in Landshut seit 2012 regelt.


Die Menschen vorbereiten

Das Unternehmen wollte auf neue Technologien wie Leichtbau und Elektromobilität umsatteln. Für den Betriebsrat und seinen Vorsitzenden Willibald Löw kam es dabei auf zwei Dinge an: „Die Menschen müssen vorbereitet werden. Und: Wir geben die alte Technik erst her, wenn wir die neue in der Hand haben.“ Mit dieser Vereinbarung konnte der Betriebsrat nicht nur die Belegschaft mitnehmen. Die Beschäftigung wuchs sogar.

Chancen für Leiharbeiter

Zweimal pro Jahr ermittelt BMW, welche Qualifikationen gebraucht werden, und einmal pro Jahr, welche vorhanden sind. Aus dem Vergleich ergibt sich der Bedarf. Drei Wege gibt es, ihn zu decken: Beschäftigte werden gefragt, ob sie eine Qualifikation machen wollen. Gut ausgebildete Leiharbeiter oder qualifizierte Leute werden eingestellt. Oder: Leiharbeiter ohne Ausbildung machen neben der Arbeit einen Abschluss. Tubic ist einer von 21, die diese Chance genutzt haben. Im diesem Sommer und im Frühjahr 2015 bekommen nun je 20 ungelernte Leiharbeiter die Chance, einen Abschluss zu machen.

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