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Betriebsrätepreis 2014: Meyer Werft, Papenburg

Verbesserung für Kollegen mit Werkvertrag

08.10.2014 Ι Den Missbrauch von Werkverträgen verhindern - das ist das Anliegen des Betriebsrats der Meyer-Werft. Nachdem zwei rumänische Arbeiter bei einem Brand ums Leben kamen, initiierte der Betriebsrat eine Task Force. Diese nimmt systematisch die Bedingungen von Werkvertragsbeschäftigten unter die Lupe. Ergebnis ist ein Tarifvertrag, der Mindeststandards bei Werkverträgen regelt.

Am 13. Juli 2013 sterben zwei rumänische Arbeiter, die mit Werkverträgen auf der Meyer-Werft eingesetzt waren, bei einem Brand in ihrer Unterkunft. Der Tod der beiden Männer offenbart, unter welch schwierigen Bedingungen sie und viele ihrer Kollegen gelebt und gearbeitet haben.

Knapp ein Jahr später haben sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Werkvertragsbeschäftigten auf der Meyer-Werft in Papenburg verbessert. Geglückt ist das mit dem bundesweit ersten Tarifvertrag zu Werkverträgen. Er regelt Mindeststandards wie einen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde, angemessene Arbeitszeiten und Unterbringung sowie den Arbeits- und Gesundheitsschutz der Werkvertragsbeschäftigten.

Zusätzlich ist es dem Betriebsrat in Papenburg gelungen, die Kontrollmöglichkeiten bei Werkverträgen auf der Werft auszubauen. "Wenn wir bei der Geschäftsführung auf Missstände hinweisen, etwa weil der Stundenlohn zu niedrig ist, werden die Werkvertragsunternehmen überprüft", sagt Thomas Gelder, Vorsitzender des Betriebsrats. 

Wenn es nötig ist, werden Konsequenzen gezogen. So hat die Meyer Werft in den vergangenen Monaten die Zusammenarbeit mit einigen Firmen beendet. In anderen Fällen konnten rumänische in deutsche Arbeitsverträge umgewandelt werden. "Der Einsatz hat sich schon jetzt gelohnt, aber wir setzen unser Engagement fort, um die Rechte dieser Arbeitnehmer konsequent zu verbessern", sagt Gelder.

 

Dieser Tarifvertrag ist bislang in Deutschland einmalig. In keinem anderen Unternehmen werden so genau die Arbeits- und Lebensbedingungen von Werkvertragsbeschäftigten überprüft. Für dieses Engagement wurde der Betriebsrat der Meyer-Werft für den Betriebsrätepreis 2014 nominiert.

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Auf Initiative der Zeitschrift "Arbeitsrecht im Betrieb" wird einmal jährlich der Deutsche Betriebsrätepreis verliehen. Mit dem Preis wird die vorbildliche Arbeit von Betriebsräten anerkannt, gewürdigt und ausgezeichnet.

 

Sechs IG Metall-Betriebsräte nominiert
In diesem Jahr sind sechs Gremien aus dem Organisationsbereich der IG Metall für den Betriebsrätepreis nominiert.  

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