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Zukunft und Aufgaben des Europäischen Metallgewerkschaftsbundes

Mit einer Stimme

10.06.2011 Ι EMB-Kongress in Duisburg: "Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Europas Industrie brauchen eine stärkere Stimme" stellte Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall fest. Er fordert eine Industriepolitik, die sich an den Interessen und Bedürfnissen der Beschäftigten orientiert und "gute Arbeit" schafft.

Es geht um die Zukunft und die Aufgaben für die kommenden vier Jahre: Deshalb sind rund 500 Delegierte am 9. und 10. Juni 2011 in Duisburg auf dem Kongress des Europäischen Metallgewerkschaftsbundes (EMB) zusammengekommen. Der EMB vertritt rund 5,5 Millionen Gewerkschaftsmitglieder. Er ist der Zusammenschluss von 72 Mitgliedsgewerkschaften aus 33 europäischen Ländern.

Menschen stärker am gesellschaftlichen Reichtum beteiligen
Damit industrie- und beschäftigungspolitische Ziele beim Übergang zu einem energie- und ressourceneffizienten Wirtschaftsmodell angemessen berücksichtigt werden können, forderte Berthold Huber neue Finanzierungsmaßnahmen und -instrumente. Diese müssen an soziale und ökologische Bedingungen geknüpft werden. Dazu gehört eine Finanztransaktionssteuer ebenso wie die Euro-Anleihen als Instrument zur Finanzierung der Staatsschulden. 

Europa muss mehr an den Menschen und weniger an den einseitigen Interessen von Wirtschaft und Lobbyisten in Brüssel ausgerichtet werden. Dazu gehören Verbesserungen beim Bildungssystem, der Gesundheitsversorgung, der Ausstattung mit Kindergärten und den Einrichtungen für alte Menschen. Statt einer einseitigen Sparpolitik forderte Berthold Huber mehr öffentliche Investitionen und eine Stärkung der Steuereinnahmen. Huber übte Kritik an der sogenannten European Economic Governance, mit der die EU die Finanzpolitik der Mitgliedsländer stärker koordinieren will. "Die Gewerkschaften sind nicht gegen mehr europäische Koordinierung in der Wirtschafts- und Finanzpolitik. Ich warne aber davor zu glauben, dass es in einer Währungsunion nur die Stellschraube der Löhne gibt", betonte Huber. Die Wettbewerbspolitik der deutschen Bundesregierung hat zu einer nicht akzeptablen Ausweitung des Niedriglohnsektors geführt, stellte er fest.

Neue Föderation vertritt drei Viertel der Industriebeschäftigten
Neben den Schwerpunkten für die nächsten vier Jahre hat der Kongress auch die Fusion eines neuen Gewerkschaftsbundes aus EMB, der Europäischen Föderation der Bergbau, Chemie- und Energie-Gewerkschaften (EMCEF) und der Föderation der europäischen Textil-, Bekleidung und Leder-Gewerkschaften (EGV:TBL) beschlossen. Diese neue europäische Gewerkschaft vertritt nun drei Viertel der rund 35 Millionen Beschäftigten der Industrie in Europa. Das sieht der neu gewählte Generalsekretär des EMB, Ulrich Eckelmann, als einen klaren Vorteil: "Wir können uns in der industriepolitischen Debatte mehr Gehör verschaffen". Das gilt für die Verhandlungen gegenüber den EU-Institutionen ebenso wie auf Unternehmensebene. Eckelmann, der bisher bei der IG Metall für Wirtschaft, Technologie und Umweltfragen zuständig war, wurde auf dem Kongress mit über 99 Prozent der Stimmen gewählt.

"Das Projekt des geeinten Europas steht vor immensen Herausforderungen. Waren die letzten Jahrzehnte gekennzeichnet von einem vertieften und erweiterten Europa, so stehen wir heute vor der großen Aufgabe, dieses Europa zu erhalten und zu festigen", sagte Renzo Ambrosetti, alter und neue Präsident des EMB. Wiedergewählt wurde auch der stellvertretende EMB-Generalsekretär Bart Samyn.

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