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Das energiepolitische Konzept der IG Metall. Foto: IG Metall

Das energiepolitische Konzept der IG Metall

Konsequent, gerecht, fair

29.06.2011 Ι Die IG Metall setzt auf eine Energieversorgung ohne Atomenergie. Als zuständige Gewerkschaft für genau die Branchen, in denen der Energiebedarf groß ist, setzt sie schon seit langem auf die erneuerbaren Energien. Gewagt? Überhaupt nicht. Wir erklären, wie der Umstieg funktionieren kann.

Deutschland muss weg von Atom und fossilen Brennstoffen, hin zu mehr Energieeffizienz und dem Ausbau erneuerbarer Energien. Diese sind eine der tragenden Säulen einer kohlenstoffarmen Energieversorgung für die Zukunft. Die IG Metall fordert bis 2050 bei der Energieerzeugung komplett auf erneuerbare Energien umzusteigen. Damit das gelingt, müssen die Potentiale von Wind, Photovoltaik und den übrigen erneuerbaren Energien weiter ausgebaut werden.

Konsequent auf Ökostrom umsteigen
Die erneuerbaren Energien müssen die Leittechnologie werden. Konventionelle Energieträger sollten daran gemessen werden, ob sie den Ausbau der erneuerbaren Energien unterstützen. Um Strom erschwinglich zu halten und um nicht Atomstrom importieren zu müssen, wird allerdings noch über einige Jahrzehnte lang konventionelle Stromerzeugung gebraucht. Der benötigte Strom sollte aber nicht in alten Kohlekraftwerken erzeugt werden. Denn Kohlekraftwerke torpedieren nicht nur die Ziele des Klimaschutzes. Sie erzeugen Strom ineffizienter und klimaschädlicher als dies bereits durch heute verfügbare Technologien möglich ist. Wegen ihrer mangelnden Flexibilität passen Kohlekraftwerke auch nicht zum Ziel, die Erneuerbaren möglichst schnell auszubauen. Um die Schwankungen bei der Ökostromerzeugung ausgleichen zu können, brauchen wir flexible Gaskraftwerke und den massiven Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung.

Energiekosten gerecht verteilen
Die IG Metall hält eine Energiewende zu akzeptablen Kosten für alle für möglich. Dazu müssen die Kosten vernünftig zwischen Stromkonzernen, Verbrauchern und Staat verteilt werden. Deshalb schlägt die IG Metall ein Strompreismonitoring vor. Dabei sollten die Belastungen und die Verteilung der Energiekosten regelmäßig überprüft werden. Verbände, Gewerkschaften und die Bundesregierung sollten hier eng zusammenarbeiten.


Energieressourcen besser nutzen
Strom, der nicht gebraucht wird, muss auch nicht erzeugt werden. Deshalb setzt die IG Metall auf Energieeffizienz. Klar ist, dass in vielen Metallbranchen der Energiebedarf gewaltig ist. Doch durch gezielte Investitionen können die Energieressourcen besser genutzt und teilweise auch geschont werden. Beispiel dafür sind die Fahrzeughersteller. In naher Zukunft werden Fahrzeuge mit alternativen und sparsamen Antrieben auf den Markt kommen. Autohersteller verwenden bei der Herstellung von PKW zunehmend leichtere Materialien und neue Antriebsstoffe.

Netz-und Speichertechnologien ausbauen
Außerdem muss verstärkt in Netz- und Speichertechnologien investiert werden. Nicht nur für Elektroautos werden neue Batterietechnologien notwendig. So muss auch die im Norden erzeugte Windenergie in die windarmen Regionen Deutschlands transportiert werden oder für windschwache Zeiten zwischengespeichert werden. Dafür sind neue Hochspannungsübertragungstechniken notwendig ebenso wie flexible Mess- und Steuerungsanlagen für die Stromverbraucher.


Grüne Jobs zu guten Jobs machen
Aus dem einstigen Nischenmarkt erneuerbare Energien ist längst ein Jobmotor für die gesamte Volkswirtschaft geworden. Schon jetzt arbeiten etwa 100 000 Menschen allein in der Windbranche. Experten erwarten, dass bis 2030 die Zahl der Jobs auf über 370 000 steigen wird. In einigen Firmen der Ökobranchen lassen jedoch die Arbeitsbedingungen einiges zu wünschen übrig. Eine Branche, der in Zukunft immer mehr Bedeutung zukommen wird, muss auch ihrer gesellschaftlichen und sozialen Verantwortung gerecht werden. Dazu gehören Tarifverträge und faire Arbeitsbedingungen.

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