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Weltfrauentag: Frauen werden auch 2014 immer noch benachteiligt

Forsa-Umfrage zum Internationalen Frauentag

Frauen von der Reservebank holen

07.03.2014 Ι Eigentlich machen sie alles richtig. Junge Frauen sind gut ausgebildet und starten motiviert ins Berufsleben. Doch die Realität holt sie schnell ein. Während junge Männer die Karriereleiter erklimmen, verharren sie oft jahrelang auf der Startposition. Was bringt Frauen im Berufsleben voran? Die IG Metall hat sie befragt.

Frauen werden auch heute noch benachteiligt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Forsa-Studie im Auftrag der IG Metall. Das Meinungsforschungsinstitut hat Anfang März über tausend Menschen befragt und kommt zu einem sehr ernüchternden Ergebnis. In Sachen Gleichstellung von Frauen geht es nicht voran. 78 Prozent der Befragten gaben an, dass es noch immer Bereiche in unserer Gesellschaft gibt, in denen Frauen benachteiligt werden.


"Die Hälfte unserer Bevölkerung hat nur aufgrund ihres Geschlechtes eingeschränkte Berufsoptionen, schlechtere Entwicklungschancen, weniger Einkommen und weniger Rente. Gerade eine Gesellschaft, die über soziale Gerechtigkeit, Altersarmut und Fachkräftemangel diskutiert, kann sich so etwas nicht erlauben" sagt Christiane Benner, die für Gleichstellungsfragen beim Vorstand der IG Metall zuständig ist.

 

Benachteiligung im Berufsleben besonders gravierend

Besonders gravierend empfinden die Menschen die Benachteiligung im Berufsleben: Bei der Bezahlung sehen 72 Prozent die Frauen im Nachteil und bei den Führungspositionen sind es 70 Prozent. Selbst Männer sehen, dass Frauen im Berufsleben schlechter gestellt sind.


Frauen arbeiten oft in typischen Frauenberufen und -branchen, in denen schlechter bezahlt wird. Sie arbeiten häufiger in Teilzeit oder Minijobs, sind in den technischen Berufen unterrepräsentiert und geben sich leider viel zu häufig damit zufrieden, das Familieneinkommen ein bisschen aufzustocken. Das erklärt zwar die Entgeltlücke, die bundesweit nach wie vor bei 22 Prozent im Durchschnitt liegt. Doch es hinterlässt bei Frauen wie Männern ein Gefühl der Ungerechtigkeit.

 


Um die Benachteiligung von Frauen zu beseitigen, gehören nicht nur die alten Rollenbilder auf den Müllhaufen der Geschichte. "Oft ist noch immer der einzige Weg für Frauen, Beruf und Familie zu vereinbaren, ein schlecht bezahlter Minijob. Es ist kein Zufall, dass zwei Drittel der insgesamt über sieben Millionen Minijobber weiblich sind", erklärt Benner.

 

Wie Frauen im Beruf gefördert werden können

Nach wie vor gibt es Firmen, in denen Frauen bei höher qualifizierten Jobs keine Chance haben. Sie werden dort allenfalls als Sekretärin eingestellt. Dabei könnten Frauen viel zur Fachkräftesicherung beitragen. Um jedoch junge Frauen in technischen, ingenieur- und naturwissenschaftlichen Berufen als Fachkräfte zu gewinnen, muss sich noch viel ändern. Die Betriebe müssten sich beispielweise grundsätzlich auf die Bedürfnisse junger Familien einstellen.

 

Gerade bei der Arbeitszeit muss etwas passieren: Familienfreundlichere Arbeitszeiten für Mütter und Väter, eine bessere Kinderbetreuung sowie mehr Teilzeitangebote für Eltern sind wichtig. Frauen und Männern sollten gleichberechtigt die Verantwortung für die Familie übernehmen können. Daher fordern 84 Prozent der Befragten bessere Angebote für die Kinderbetreuung und über 80 Prozent familienfreundlichere Arbeitszeiten für Mütter und Väter.


Notwendig ist ein Kulturwandel in den Unternehmen. "Wenn es uns gelingt, die Benachteiligung von Frauen endlich zu beseitigen, dann schließen wir nicht nur eine Gerechtigkeitslücke. Wir verschaffen unserem Arbeitsmarkt und unserer Wirtschaft insgesamt eine neue Dynamik", sagt Benner.

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