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Solar_Beschaeftigte

Wegweisender Tarifvertrag in der Solarindustrie bei Bosch Solar

Gute Fachkräfte erwarten gute Tarife

29.07.2011 Ι Mehr als eine halbe Milliarde Euro hat Bosch in den Ausbau der neuen Firmenzentrale der Solar-Sparte in Arnstadt investiert. Noch in diesem Jahr sollen hier 600 neue Arbeitsplätze entstehen, 2012 will man weitere 400 Beschäftigte einstellen. Für sie und die jetzt schon rund 2000 Arbeitnehmer in der Bosch-Solarsparte gilt ein kürzlich abgeschlossener Haustarifvertrag.

Der Bosch-Solar-Haustarifvertrag regelt Entgelt, Arbeitszeit, Urlaub, Qualifizierung und garantiert die Übernahme der Auszubildenden. Die Zukunftsbranche Solarenergie hat Zukunft am Standtort Deutschland. Gerade erst wurde im thüringischen Arnstadt die neue Firmenzentrale der Bosch Solar Energy AG eröffnet. 530 Millionen Euro hat der Automobilzulieferer Bosch in den Ausbau investiert und damit die zweitgrößte Einzelinvestition in seiner Geschichte getätigt. Von der Solarsparte erwartet Bosch in diesem Jahr einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro.

Für die rund 2000 Beschäftigten der jüngsten Tochter des Bosch-Konzerns hat die Zukunft schon im April 2011 begonnen. Nach langen und schwierigen Verhandlungen konnte die IG Metall im Frühjahr für die drei Thüringer Solar-Standorte von Bosch einen Tarifabschluss erreichen. Er sieht eine Arbeitszeitverkürzung von derzeit 40 auf 38 Wochenstunden und eine schrittweise Anhebung des Urlaubsanspruchs auf 30 Tage im Jahr vor. Zudem gibt es künftig die tariflichen Entgelterhöhungen der Metall- und Elektroindustrie auch in den drei Bosch-Solarunternehmen. Für Auszubildende wurde eine Übernahmegarantie für ein Jahr ausgehandelt. Der Tarifvertrag Qualifizierung mit der Option einer Fachkräfteinitiative ist ebenso Bestandteil der Vereinbarung Beschäftigungssicherungstarifvertrag.

Damit wurde in der Solarbranche ein ganz neuer Wettbewerb gestartet: Der um die beste Tarifregelung. Denn gute Tarife ziehen Fachkräfte an und die sind das wichtigste Kapital in einer innovativen Branche wie der Solarindustrie. Klaus-Dieter Schmidt, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Erfurt und Nordhausen, hofft, dass andere Solar-Unternehmen den neuen Haustarifvertrag als Vorlage für eigene Regelungen nehmen: "Tarifverträge haben in dieser Branche noch eher Seltenheitswert, deshalb hat der Bosch-Haustarifvertrag auch eine wichtige ordnungspolitische Funktion", erklärt Schmidt, der für die IG Metall diese Tarifbewegung federführend begleitete.

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