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Veranstaltungen und Geschichte des Internationalen Frauentages. Foto: DGB

Veranstaltungen und Geschichte des Internationalen Frauentages

Gleichgestellt? Da fehlt noch was!

08.03.2011 Ι Gleiche Chancen, gleiche Rechte und tatsächliche Gleichstellung - auch hundert Jahre nach dem ersten Internationalen Frauentag fordern die Gewerkschaften elementare Rechte für die Frauen ein. Inzwischen wurde vieles erreicht. Aber vieles fehlt noch. Das große Jubiläum der Frauenbewegung wird bundesweit mit vielen Veranstaltungen gefeiert.

Die heutige Frauengeneration ist so gut qualifiziert, wie kam eine vor ihr. Trotzdem "verdienen Frauen unverändert weniger als Männer und werden beim beruflichen Aufstieg benachteiligt", kritisierte Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall. Der Rückstand von Frauen bei der Entlohnung betrage durchschnittlich 23 Prozent gegenüber Männern. Selbst wenn Frauen in exakt den gleichen Berufen wie Männer arbeiten, verdienen sie in den ersten drei Jahren 18,7 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.

Gute Beschäftigungschancen mit guter Bezahlung
Im Aufschwung boomen Minijobs, Leiharbeit, Teilzeit- und befristete Jobs. Doch gerade Frauen arbeiten überwiegend in prekären Beschäftigungverhältnissen. Viele von ihnen können sich trotz Arbeit nicht selbst von ihrem Einkommen gut ernähren. Und einem Minieinkommen folgt in aller Regel eine Minirente. Damit Frauen auch im Alter von ihrer Rente leben können, brauchen sie gute Beschäftigungschancen mit guter Bezahlung. 

Dagegen findet man kaum Frauen in den Chefetagen. Tatsächlich waren im Jahr 2010 nur drei Prozent der Vorstandsmitglieder in den 200 führenden deutschen Unternehmen weiblich. In den 30 DAX-Unternehmen waren es 2,1 Prozent. Mehr als 70 Prozent aller Frauen in den Aufsichtsräten sind unterdessen Vertreterinnen der Arbeitnehmerseite. Die IG Metall hatte jüngst eine Frauenquote von 30 Prozent für die Vertreter der IG Metall in den Aufsichtsräten beschlossen.

Wie es zum Internationalen Frauentag kam
Bessere Arbeits- und Lebensbedingungen - das war bereits vor hundert Jahren das Ziel. Im August 1903 traten 8000 Textilarbeiterinnen in Crimmitschau für 22 Wochen in Streik. Sie forderten, dass die Arbeitszeit bei einer Sechs-Tage-Woche täglich um eine auf zehn Stunden sinkt. Einige Jahre später - am 27. August 1910 - beschlossen die Mitglieder der II. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen dann , dass künftig in jedem Jahr ein internationaler Frauentag stattfinden sollte. Vorgeschlagen hatte dies die deutsche Sozialistin Clara Zetkin. Der erste internationale Frauentag fand dann am 19. März 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA statt. Die Frauen forderten das aktive und passive Wahlrecht. Damals gingen mehr als eine Million Frauen auf die Straße, eine bis dahin beispiellose Massenbewegung. Seit 1921 wird der Internationale Frauentag am 8. März gefeiert. Anlass dafür waren Demonstrationen und Streiks von Frauen am 8. März 1917 im russischen  St. Petersburg.

Die Gewerkschaften feiern in diesem Jahr das große Jubiläum der Frauenbewegung bundesweit mit vielen Veranstaltungen - rund um den 8. und den 19. März.

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