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Textile Dienstleister: Gespräch mit Betriebsrat Andreas Köppel von Bardusch

Textile Dienstleister: Gespräch mit Betriebsrat Andreas Köppel von Bardusch

Fünf Prozent mehr Geld ist fair und finanzierbar

10.06.2015 Ι Heute gehen die Verhandlungen für die Beschäftigen bei den Textilen Dienstleistern in die zweite Runde. Andreas Köppel ist für die IG Metall mit dabei. "Die Unternehmen haben gut verdient", sagt der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats bei dem Textil-Service-Unternehmen Bardusch in Ettlingen. "Das haben sie vor allem der guten Arbeit ihrer Beschäftigten zu verdanken."
Andreas, heute gehen die Verhandlungen im hessischen Dietzenbach weiter, bei denen Du ebenfalls wieder dabei sein wirst. Was erhoffst Du Dir von der zweiten Runde?
Andreas Köppel: Ich erwarte, dass die Arbeitgeber ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch legen. Sollte ihnen das bis Ende der Friedenspflicht nicht möglich sein, muss in dieser Tarifrunde noch mehr Bewegung von den Beschäftigten eingebracht werden.

Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Einkommen. Zudem will sie die Altersteilzeit fortsetzen. Sind diese Forderungen bei Bardusch finanzierbar?
Eindeutig ja. Die wirtschaftlichen Rahmendaten waren in den letzten Monaten sehr gut und auch für das nächste Jahr sind die Prognosen günstig. Die Unternehmen haben gut verdient. Das haben sie vor allem der guten Arbeit ihrer Beschäftigten zu verdanken und das gilt auch für Bardusch. Aus meiner Sicht ist die Forderung nach fünf Prozent mehr Geld eine faire Beteiligung am Erfolg und ganz sicher auch finanzierbar.

Die Arbeitgeber halten sich sehr bedeckt bis ablehnend zur geforderten Altersteilzeit, die die IG Metall weiterführen möchte. Wie siehst Du das?
Diese Forderung hat einen sehr hohen Stellenwert bei unseren Beschäftigten. In weiten Bereichen sind die Arbeitsbedingungen dieser Branche sehr hart. Unter diesen
Bedingungen bis 65 oder gar noch länger arbeiten zu müssen wird für viele kaum möglich sein. Wir brauchen deshalb unbedingt dieses Instrument, um einen vorzeitigen Ausstieg zu organisieren.

Unterschriftenaktion der Beschäftigten bei Bardusch. Foto: IG Metall Kreifeld
Aktiv dabei: Die Beschäftigten bei Bardusch mit ihrer Unterschriftenaktion. Foto: IG Metall Krefeld

Wie wird die Altersteilzeit bei den Beschäftigten von Bardusch angenommen?
Wir haben bei Bardusch etwa die doppelte Anzahl an Anträgen für eine Altersteilzeit wie wir durch die bisherige Regelung Plätze haben. Das zeigt schon deutlich, dass der Bedarf hoch ist und die bisherige tarifvertragliche Regelung sehr gut angenommen wurde. Deshalb brauchen wir mindestens eine Quote wie bisher, um einem Großteil der Antragsteller einen Anspruch zu gewährleisten.

Wie stehen die Belegschaften bei Bardusch hinter den Forderungen der IG Metall?
Die Belegschaften bei Bardusch stehen voll hinter den IG Metall-Forderungen. Sowohl bei den Einkommenserhöhungen als auch für die Altersteilzeit ist die Zustimmung sehr hoch. Das hat unsere Unterschriftenaktion deutlich gezeigt.

Du hast die Unterschriften den Arbeitgebern beim Verhandlungsstart in Frankfurt überreicht. Warum?
Mit den Unterschriften sollten die Arbeitgeber wissen, dass diese Tarifverhandlungen von den Belegschaften aktiv begleitet werden. Das ist uns gelungen. Die Arbeitgeber haben sie zur Kenntnis genommen und wir hoffen, dass sie heute in der zweiten Verhandlung ein entsprechendes Angebot folgen lassen.

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Welche Betriebe zahlen nach Tarif?

Der Industrieverband Textil Service e.V. (intex) listet unter "Mitglieder" tariftreue Textildenstleister auf.

Wozu sind Tarifverträge gut?

Tarifverträge regeln Löhne, Gehälter und Vergütungen für Auszubildende - aber auch die Zahl der Urlaubstage, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und wie lange Beschäftigte arbeiten müssen. Ohne Tarifverträge sind die Arbeitszeiten länger und der Urlaub kürzer - laut Gesetz nur 20 Arbeitstage. Meist gelten die Tarifverträge für ein Jahr oder auch länger. Wenn sie ablaufen, wird über neue verhandelt.

Kampagne für saubere Kleidung
Clean Clothes Campaign

Mit einem "Arbeitsverhaltenskodex für die Bekleidungsindustrie" will die Kampagne unter anderem erreichen, dass inter- nationale Unternehmen faire und soziale Mindeststandards einhalten. Die IG Metall gehört zu den Unterstützern.

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