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Tarifrunde Textil Ost: Lear-Beschäftigte legen die Arbeit nieder

Tarifrunde Textil Ost: Lear-Beschäftigte legen die Arbeit nieder

Textiler machen mit Warnstreiks Druck

08.04.2013 Ι Erstmals in der Firmengeschichte gab es beim Autositze-Hersteller Lear Corporation GmbH in Eisenach einen Warnstreik. Am 5. April legte ein Großteil der Belegschaft für eineinhalb Stunden die Arbeit nieder. Die IG Metall hat die Textiler zu Warnstreiks aufgerufen, nachdem drei Verhandlungen bisher ergebnislos endeten.
Rund siebzig Beschäftigte des Opel-Zulieferers Lear in Eisenach legten am Freitag für eineinhalb Stunden die Arbeit nieder. Mit den Warnstreiks wollen die Ost-Textiler den Druck in der laufenden Tarifrunde erhöhen und die Arbeitgeber zu einem akzeptablen Angebot bewegen. Mit ihnen verhandelt die IG Metall am 19. April in der vierten Runde in Chemnitz.

Warnstreikende bei Autositzzulieferer Lear in Eisenach.
Textiler in Aktion: Bei Lear Corporation in Eisenach ruhte für eineinhalb Stunden die Arbeit

Die bisher drei Verhandlungen brachten leider kein Ergebnis. Am 31. März endete in der ostdeutschen Textilindustrie die Friedenspflicht. Seitdem sind Warnstreiks möglich, zu denen die IG Metall jetzt die Textilbeschäftigten aufruft - wie am 5. April bei der Lear Corporation GmbH in Eisenach.

Warnstreikende bei Autositzzulieferer Lear in Eisenach.

Mickriges Arbeitgeberangebot provoziert Warnstreiks

Nach ihrem letzten Angebot wollen die Textil-Chefs erst nach zwei Nullmonaten jeweils 50 Euro für vier Monate zugestehen, danach 2,7 Prozent für 13 Monate und weitere zwei Prozent mit einer Laufzeit für 24 Monate. Für die IG Metall ist dieses Angebot nicht akzeptabel. Das Einkommensplus ist zu niedrig und eine 24-monatige Laufzeit zu lang. Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld für zwölf Monate, die unbefristete Übernahme der Ausgebildeten sowie einen Tarifvertrag zur Altersteilzeit.

"Die Entwicklung der Löhne ist seit Jahren hinter der Gewinnentwicklung zurückgeblieben", sagte Michael Jung, der für die IG Metall die Verhandlungen führt. "Ihr arbeitet an körperlich belasteten Arbeitsplätzen in Zwangshaltungen und das immer in Schichtarbeit", ermutige Jung am Freitagnachmittag die Warnstreikenden bei Lear.

Ab morgen, 9. April, kommt es zu weiteren Warnstreiks. Aufgerufen sind die Arbeitnehmer der Firma Autoliv in Döbeln sowie von Johnson Controls in Zwickau.

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Wozu sind Tarifverträge gut?

Tarifverträge regeln Löhne, Gehälter und Vergütungen für Auszubildende - aber auch die Zahl der Urlaubstage, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und wie lange Beschäftigte arbeiten müssen. Ohne Tarifverträge sind die Arbeitszeiten länger und der Urlaub kürzer - laut Gesetz nur 20 Arbeitstage. Meist gelten die Tarifverträge für ein Jahr oder auch länger. Wenn sie ablaufen, wird über neue verhandelt.

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