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Sozialtarifvertrag für Beschäftigte von Franklin Electric

Mit Mut und Durchhaltevermögen

13.11.2014 Ι Die rund 100 Beschäftigten von Franklin Electric am Standort in Wittlich haben gemeinsam mit der IG Metall einen Sozialtarifvertrag erkämpft. Vorausgegangen waren wochenlange Streiks, Proteste und diverse Attacken des Arbeitgebers.

Heute haben die Beschäftigten von Franklin Electric in Wittlich den zwischen IG Metall und Unternehmensleitung ausgehandelten Sozialtarifvertrag in einer Urabstimmung mit rund 99 Prozent Zustimmung angenommen. Die Vereinbarung sieht unter anderem tarifliche Abfindungen vor, je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit in Höhe von bis zu 120 000 Euro, für IG Metall-Mitglieder eine sogenannte TransferPLUS-Regelung, die den Streikenden zusätzlich für zwölf Monate Sicherheit gibt. Zusätzlich werden die Entgelte der Mitglieder um den Festgeldbetrag von 210 Euro brutto im Monat ab dem 1. Januar 2015 erhöht.



Für die Transfergesellschaft und die Abfindungen zahlt der Spezialmotoren-Hersteller Franklin Electric rund neun Millionen Euro. "Ohne den Mut, die Fantasie, den ungebrochenen Durchhaltewillen und die geschlossene Kampfbereitschaft der streikenden Mitglieder hätte es dieses Ergebnis für den Sozialtarifvertrag nicht gegeben", wertete Verhandlungsführer Uwe Zabel. Roland Wölfl von der IG Metall in Trier sagte: "Wir haben unter schwierigsten Bedingungen einen Sozialtarifvertrag erkämpft, der sich sehen lassen kann und der in der Region ohne Beispiel ist."

Auch wenn die Verlagerung der Arbeitsplätze nicht verhindert werden konnte, könnten die Beschäftigten stolz auf das Erreichte sein, bewertete Wölfl weiter. In den vergangenen Wochen seien sie über sich hinausgewachsen. "Wir haben gezeigt, dass es sich lohnt, nicht alles hinzunehmen." Natürlich sei der Sozialtarifvertrag nur das zweitbeste Ergebnis, so Uwe Zabel. Doch er zeigte sich zufrieden, dass die unmittelbar bevorstehende Arbeitslosigkeit zunächst abgewendet werden konnte und Franklin Electric "als Strafe für das skandalöse Vorgehen ein großer Sack Geld" abgerungen werden konnte.

Zuletzt war die Stimmung äußerst aufgeheizt: Schon vor Beginn des unbefristeten Streiks bei Franklin Electric war es zur Eskalation gekommen, weil der Arbeitgeber versuchte, einzelne Maschinen abzubauen und nach Tschechien transportieren zu lassen. Ganz zu schweigen von erkennbarer Gesprächsbereitschaft. Viel mehr ließ das Unternehmen das Werksgelände von einer privaten Sicherheitsfirma bewachen, deren Personal dem Franklin-Betriebsrat den Zugang verwehrte. Das Vorgehen stellte eine Behinderung der Betriebsratsarbeit dar und verstieß damit gegen Paragraf 119 des Betriebsverfassungsgesetzes. Zudem ließ der Arbeitgeber einzelne Streikende filmen und fotografieren.

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