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Streik bei Franklin Electric in Wittlich

Bei Franklin Electric kämpfen Beschäftigte um ihre Rechte

24.10.2014 Ι Seit zwei Wochen streikt die Belegschaft beim Spezialmotorenhersteller Franklin Electric im rheinland-pfälzischen Wittlich. Der Grund: Das US-amerikanische Unternehmen will die gesamte Produktion nach Tschechien verlagern und 90 Beschäftigte entlassen. Die IG Metall fordert einen Sozialtarifvertrag, der die Arbeitsplätze am Standort sichert.
Die Stimmung ist aufgeheizt: Schon vor Beginn des unbefristeten Streiks bei Franklin Electric in Wittlich kam es zur Eskalation, weil der Arbeitgeber versuchte, einzelne Maschinen abzubauen und nach Tschechien transportieren zu lassen. Undvon Gesprächsbereitschaft ist  auch weiterhin keine Spur - im Gegenteil: Das Unternehmen lässt das Werksgelände von einer privaten Sicherheitsfirma bewachen, deren Personal dem Franklin-Betriebsrat den Zugang zum Betrieb verwehrt.

Die IG Metall fordert für die Beschäftigten bei Franklin Electric einen Sozialtarifvertrag mit verlängertem Kündigungsschutz und Abfindungen und will damit die Arbeitsplätze am Standort sichern. Denn das Unternehmen will die gesamte Produktion von Wittlich nach Tschechien verlagern und 90 Beschäftigte entlassen. Der Streik könnte womöglich Wochen dauern. Bisher hat die Geschäftsführung keine Signale erkennen lassen, die Verhandlungen mit der IG Metall und dem Betriebsrat wieder aufzunehmen.

Beschäftigte von Franklin Electric streiken für ihre Arbeitsplätze. Foto: www.igmetall-bezirk-mitte.de
Entschlossen: Beschäftigte von Franklin Electric streiken für ihre Arbeitsplätze. Foto: www.igmetall-bezirk-mitte.de


Betriebsratsarbeit behindert - IG Metall reicht Strafantrag ein

Stattdessen setzt die Firmenleitung weiter auf Eskalation: Während der Kundgebungen ließ sie einzelne Streikende filmen und fotografieren. Dieses Vorgehen ist rechtswidrig und heizt die Proteste nur noch mehr an. Die IG Metall hat in dieser Sache den Datenschutzbeauftragten des Landes Rheinland-Pfalz eingeschaltet, der die Herausgabe der illegalen Film- und Fotoaufnahmen durchsetzen soll.

Doch noch schwerwiegender ist die Tatsache, dass die Werksleitung des Wittlicher Standorts den Betriebsrat daran hindert, seine Aufgaben wahrzunehmen. Uwe Zabel, Streikleiter und Verhandlungsführer der IG Metall, berichtete darüber, dass die Geschäftsleitung dem Betriebsrat gar ein Hausverbot erteilt und den Beschäftigten den Zugang zum Betrieb verwehrt hat.

Der Vorstand der IG Metall hat daher bei der Staatsanwaltschaft einen Strafantrag eingereicht. Das Vorgehen der Geschäftsführung stellt eine Behinderung der Betriebsratsarbeit dar und verstößt damit gegen Paragraf 119 des Betriebverfassungsgesetzes.

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