„Der 11. August 2020 ist einer der schwärzesten Tage in meinem Leben und in dem vieler meiner Kolleginnen und Kollegen“, sagt Helge Harder, Betriebsratsvorsitzender bei Flowserve Sihi in Tönning. Gerade hat die Geschäftsführung im Rahmen der Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag erklärt, am Plan der Standortschließung für Tönning festzuhalten.
Helge Harder und Wolfgang Jacobs, ebenfalls Betriebsrat in Tönning, erheben sich von ihren Sitzen und halten eine leidenschaftliche Rede für ihren Standort, für ihre Arbeitsplätze, für ihre Kolleginnen und Kollegen. „Wir haben immer gesagt, dass dieser Betrieb uns, den Beschäftigen, gehört. Und so war es auch: Arbeiten und Leben gehörten hier zusammen. Heute fühlt es sich an, als habe man uns kalt enteignet“, beschreibt Jacobs seine Stimmungslage.
Die Rede von Harder und Jacobs beeindruckt. Die Sitzung wird unterbrochen. Aber sie ändert nicht den Schließungsplan, der mit der Konzernspitze von Flowserve in Texas abgesprochen ist. „Bei den Themen Outsourcing und Standortschließungen fackelt Flowserve nicht lange. Aber Schlagkraft entwickeln können wir auch“, wechselt Jacobs die Blickrichtung auf das, was es nun zu tun gilt.
Bereits zu Beginn der Auseinandersetzung um ihre Arbeitsplätze hatten die IG Metall-Mitglieder bei Flowserve Sihi in Tönning und Itzehoe die Forderung nach einem Sozialtarifvertrag erhoben. Darin enthalten: die Höhe der Abfindung, der Wechsel in eine Transfergesellschaft und ein Bonus für Mitglieder der IG Metall.
Die Forderungen wurden in der ersten Verhandlungswoche seitens der Geschäftsführung noch abgelehnt. Die Beschäftigten hatten daraufhin die passende Antwort parat: Warnstreik! Am 21. Juli legten mehr als 300 Sihi-Beschäftigte in Itzehoe für einen halben Tag die Arbeit nieder. „Der Warnstreik war ein Erfolg. Das Verhalten und die Wortwahl der Gegenseite war in der darauffolgenden Verhandlung deutlich verändert“, erinnert sich Harder.
Am 30. Juli gelang dann ein erster Schritt nach vorne. IG Metall, Betriebsrat und Geschäftsführung vereinbarten ein Eckpunktepapier, das einen Abschluss unter dem Niveau des Sozialtarifvertrags von 2016 ausschließt. „Dort war ein Abfindungsfaktor von 1,2, 12 Monate Transfergesellschaft mit Aufstockung auf 90 Prozent und ein Mitgliederbonus geregelt. Wir haben damit eine akzeptable Ausgangslage. Aber wir wollen noch mehr“, fasst Jacobs die Zielsetzung zusammen.
Auch dafür werden die Tönninger das brauchen, was sie über all die Jahre in „ihrem Betrieb“ ausgezeichnet hat: Zusammenhalt, Durchsetzungsstärke und Solidarität. Auf in die letzte Schlacht!
Foto: IG Metall Rendsburg Unterschriften sammeln für den Standort.
Foto: IG Metall Rendsburg Warnstreik am 21. Juli bei Flowserve Sihi in Itzehoe.
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