Das fordern wir für Azubis und Studis

Ausbildung und Übernahme sichern: Dafür kämpft die IG Metall in den Betrieben. Doch die Folgen der Coronakrise sind so gravierend, dass die Politik zu ihrer Bewältigung beitragen muss. Die IG Metall ist deshalb auch in Berlin aktiv. Sie drängt die Bundesregierung, noch mehr zu tun.

1. September 20201. 9. 2020


Einiges haben wir bereits erreicht: Die Bundesregierung hat das Programm „Ausbildungsplätze sichern“ beschlossen. Betriebe, die ihre Ausbildungsplätze 2020 stabil halten, bekommen eine Prämie von 2000 Euro für jeden abgeschlossenen Ausbildungsvertrag. Für jeden zusätzlichen Ausbildungsplatz gibt es 3000 Euro. Denselben Betrag erhalten Unternehmen, die Auszubildende aus insolventen Betrieben übernehmen, damit diese ihre Ausbildung fortführen können. Zusätzlich fördert der Bund die Auftrags- und Verbundausbildung: Durch Corona gebeutelte Unternehmen können ihre Ausbildung so in anderen Betrieben oder in einer überbetrieblichen Berufsbildungsstätte weiterführen.


Kritik der IG Metall: Die Ausbildungsprämien gibt es nur für kleine und mittlere Unternehmen. Das schließt viele Industriebetriebe in den IG Metall-Branchen aus. Hier muss die Regierung dringend nachbessern.


Für Studierende hat die Regierung Nothilfen und Kredite bereitgestellt. Dafür haben IG Metall und die anderen DGB-Gewerkschaften monatelang Druck gemacht. Doch auch die Hilfen für Studierende müssen noch deutlich ausgebaut werden. Daher hat sich die IG Metall Jugend dem Bündnis Solidarsemester angeschlossen. Dafür kämpft die IG Metall auch weiterhin in Berlin.


Der Druck auf die Regierung ist bitter nötig. Die Arbeitgeber schlafen nicht. Sie wollen die junge Generation für die Krise zahlen lassen. Zum Beispiel fordern sie, die gewerkschaftlich erkämpfte Mindestausbildungsvergütung („Azubimindestlohn“) auszusetzen. Befristete Arbeitsverträge wollen sie verstärkt einsetzen, obwohl Befristungen schon heute den Berufseinstieg für viele junge Beschäftigte unsicher machen.


Vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) kam der Vorschlag, für Auszubildende Kurzarbeitergeld beantragen zu können. Das würde bedeuten, dass viele Azubis mit 60 Prozent ihrer Ausbildungsvergütung auskommen müssten.


Solchen Angriffen treten wir entschlossen entgegen! Dafür müssen wir stark sein. Das bedeutet vor allem: mitgliederstark.

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