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DAS BESTE FÜR ALLE!

Bericht aus Bezirk Baden-WürttembergWeniger Ausbildungsplätze für Auszubildende und dual Studierende, mangelnde Unterstützung bei Lehrmitteln und Kneifen bei der Übernahme? Das sind mehr als genug Gründe für die IG Metall Jugend Baden-Württemberg, in ihrer Kampagne „DAS BESTE FÜR ALLE!“ Sicherheit und Perspektiven zu fordern.


Christian Herbon ist sauer. „Wer dieses Jahr im September eine Ausbildung beginnt, hatte es deutlich schwerer, einen Ausbildungsplatz zu finden als in den vergangenen Jahren. Viele Betriebe haben ihre Einstellzahlen reduziert oder die Ausbildung komplett heruntergefahren“, beobachtet der IG Metall-Bezirksjugendsekretär in Baden-Württemberg. Allein die IHK-Region Stuttgart meldete 1300 Ausbildungsplätze weniger als im Vorjahr – und das in Zeiten des Facharbeitermangels.

Die Situation ist dramatisch. Viele Klein- und kleinere mittlere Unternehmen haben die Ausbildung zum Teil komplett eingestellt, mindestens für das Jahr 2020. Aktuell reduzieren die Unternehmen insgesamt in Baden-Württemberg ihre Ausbildungsplätze um 10 bis 15 Prozent. Dieser Wert könnte sogar noch steigen, befürchtet Herbon, denn viele Betriebe melden, dass sie keine passenden Bewerberinnen oder Bewerber finden. Aber gerade in der Zeit verringerter Ausbildungsplätze sollten jedoch ausreichend Anfragen vorhanden sein. „Deshalb versehen wir diese Aussagen mit einem großen Fragezeichen“, sagt er und fordert: „Statt kurzfristige Sparmaßnahmen zu initiieren, sollten die Betriebe besser auf Stabilität und Perspektiven setzen.“

Wichtiger denn je ist es nun auch, die Einstell-Phasen für das Jahr 2021 im Blick zu behalten. Denn in wenigen Monaten stehen bereits die Auszubildenden für das kommende Jahr fest.


Sicherheit für alle 

In diesen unsicheren Zeiten ist es um so wichtiger für die IG Metall Jugend in Baden-Württemberg, ihre Jugendkampagne für die Metall-und Elektroindustrie „DAS BESTE FÜR ALLE!“ weiter voranzutreiben und zwar sowohl für die Auszubildenden also auch für die dual Studierenden. Über 108 000 dual Studierende sind derzeit bundesweit in den Betrieben beschäftigt. Sie fallen momentan nur selten unter Tarifverträge. Wo für Auszubildende Übernahme, Fahrtkosten, Ausbildungsvergütungen und vieles mehr klar geregelt ist, sind dual Studierende auf ihr Verhandlungsgeschick angewiesen oder der Laune der Arbeitgeber ausgesetzt.

Daher fordert die IG Metall Jugend Baden-Württemberg die Aufnahme der dual Studierenden in den neuen Manteltarifvertrag Ausbildung und eine Verbesserung des bestehenden Tarifvertrags für alle.


Perspektiven für alle 

Der über 40 Jahre alte Tarifvertrag muss fit gemacht werden für die anstehende Veränderung der Arbeitswelt. „Ein Ausbau moderner Lehr- und Lernmittel ist aktueller denn je“, betont Herbon. Das zeigt die aktuelle Situation: Viele Betriebe konnten über die Corona-Pandemie ihre Ausbildung mit E-Learning oder Videokonferenzen aufgrund fehlender Ausstattung nicht aufrechterhalten. In einigen Betrieben wurde zwar auf Druck der IG Metall sowie der Jugend- und Auszubildendenvertretungen und Betriebsräte in den vergangenen Jahren in Digitalisierung investiert. Aber die aktuelle Situation zeigt: leider viel zu wenig.

„Wir fordern mit unserer Kampagne ›Das Beste für Alle!‹ verstärkte Investition in die Ausbildung und das duale Studium, um hier zukunftsfähig zu bleiben. Daher fordert die IG Metall Jugend Baden-Württemberg die Aufnahme der dual Studierenden in den neuen Manteltarifvertrag Ausbildung und eine Verbesserung des bestehenden Tarifvertrags für alle“, betont Bezirksjugendsekretär Herbon.

Kurzum, der Herbst wird heiß. Es gibt viel zu tun. Nicht jung gegen alt, sondern gemeinsam solidarisch. „Ganz einfach“, sagt Herbon, „DAS BESTE FÜR ALLE eben“.


DAS BESTE FÜR ALLE!

Du suchst mehr Infos zur aktuellen Jugend-Kampagne in Baden-Württemberg? Hier findest Du alle unsere Forderungen und Möglichkeiten, um mitzumachen: junge-igmetall.de/themen/das-beste-fuer-alle

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Foto: Adobe Stock
Bessere Ausbildung – In ihrer Kampagne „DAS BESTE FÜR ALLE!“ will die IG Metall Jugend Baden-Württemberg dual Studierende in den Tarifvertrag aufnehmen und Verbesserungen für Auszubildende erkämpfen.
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