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Windbranche in der Region funkt SOS

Die Senvion-Insolvenz ist auch Ausdruck politischen Versagens.


Zwei neue Windräder – das ist die magere Bilanz des Zubaus in der ersten Jahreshälfte 2019 für das gesamte Bundesland Schleswig-Holstein. Bundesweit sieht es nicht viel besser aus: Unterm Strich kamen 35 Windenergieanlagen hinzu. Das ist der niedrigste Zuwachs seit dem Jahr 2000.

Bedenkt man, dass die finanzielle Förderung aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ab 2021 für immer mehr bestehende Anlagen ausläuft, liegen die Konsequenzen auf der Hand: Die deutsche Netto-Windstromerzeugung droht zu schrumpfen.

Was auch droht: Weiterer Jobverlust in dieser einstigen Zukunftsbranche. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sind im Jahr 2017 ca. 27 000 Jobs in der Branche verloren gegangen.


Politik ist gefragt

Jüngstes Schockerlebnis: Das Insolvenzereignis bei Senvion. Björn Volkmann, Betriebsratsvorsitzender bei Senvion in Ostrohe, ordnet dieses folgendermaßen ein: „Natürlich wurden strategische Fehlentscheidungen getroffen bei der Internationalisierung des Unternehmens. Da wir aber stark in der Region vertreten sind, trifft uns die Krise unmittelbar.“

Eine Krise, die zuvorderst politische Ursachen hat. Der Umstieg der Förderung auf ein Auktionssystem und zum Teil ausufernde Genehmigungsverfahren haben den deutschen Markt kollabieren lassen. „Wir brauchen einen nationalen Aktionsplan, und zwar schnell“, gibt sich Ralf Nissen, Betriebsrat bei Vestas in Husum, alarmiert.

Die Uhr tickt also. Für gute Arbeitsplätze in der Region. Aber auch für das Großprojekt Energiewende.

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Vestas-Betriebsrat Ralf Nissen
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Fotos: IG Metall Rendsburg
Senvion-Betriebsrat Björn Volkmann
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