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„Eine solidarische und gerechte Welt treibt mich an“

Bericht aus Bezirk Berlin-Brandenburg-SachsenDer Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen hat eine neue Führung. Birgit Dietze, bisherige Erste Bevollmächtigte von Berlin, ist neue Bezirksleiterin. Im Interview erklärt Birgit Dietze, welche Herausforderungen auf den Bezirk warten und wie sie Zukunft gestalten will.


Wofür stehst Du?

Eine solidarische und gerechte Welt ist im Grunde immer das, was mich antreibt. Unsere Wirtschaftsordnung ist verhältnismäßig einseitig auf Gewinnmaximierung ausgerichtet. Wenn wir den Markt einfach so laufen lassen, dann verstärkt sich das. Der Markt allein kennt weder soziale noch umweltschonende Aspekte. Deshalb brauchen wir Normen und Regeln, die ein gutes gesellschaftliches Miteinander sicherstellen. Gewerkschaften sind dafür mit ihrem solidarischen Handeln ein wichtiger Garant.

Corona-Krise und Transformation … Du wirst Bezirksleiterin in einer wirtschaftlich angespannten Situation. Wie willst Du den Bezirk zukunftsfähig machen?

Zukunftsfähigkeit hat viele Facetten. Historisch hat der Bezirk im industriellen Bereich eine lange und beachtenswerte Tradition. Für die Industriearbeitsplätze ist es entscheidend, dass die Betriebe in Fragen von Digitalisierung und ökologieverträglichen Produkten vorne liegen. Wir brauchen industrielle Lösungen für alle Facetten der Energiewende. In Zukunft wird es eine große Nachfrage nach entsprechenden Lösungen geben. Wichtig ist, dass bei der Bewältigung der Herausforderungen alle mitgenommen werden. Ziel ist es, dabei gute Arbeits- und Lebensbedingungen zu schaffen beziehungsweise zu erhalten.

Welche Idee von einer aktiven Industriepolitik bringst Du mit?

Transformation braucht Innovation und Investition. Um die CO2-Emissionen dauerhaft zu reduzieren und die Digitalisierung voranzutreiben, müssen Hochschul-Forschung und Industrie Hand in Hand arbeiten. Außerdem brauchen wir hervorragend qualifizierte Fachkräfte, Wissensplattformen, Kooperationen und Anschubfinanzierungen. Grüne Technologien werden nur ausgerollt, wenn sie sich rechnen. Gift dafür sind shareholdergetriebene Kurzfriststrategien. Der Staat ist gefordert, die richtigen Anreize für eine gelingende Transformation zu setzen. An die staatliche Förderung von Unternehmen müssen immer auch soziale Bedingungen wie Tarifbindung, Mitbestimmung und gute Arbeit geknüpft werden.

Als Bevollmächtigte von Berlin hast Du Dich klar für die „35“ eingesetzt. Bleibt das Thema auf Deiner Agenda?

Die „35“ ist klar auf meiner Agenda, das ist gar keine Frage. Aber sie fällt nicht vom Himmel und wir werden uns gemeinsam anstrengen müssen, um weitere Schritte voranzukommen. Corona hat den begonnenen Prozess nur unterbrochen.

Wie blickst Du auf den Bezirk und die Zukunft?

Wir haben viel vor und – gemessen an den Herausforderungen – wenig Zeit. Ich freue mich sehr darauf, zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen die Aufgaben anzupacken. Wir sind in einer historisch spannenden Zeit unterwegs und tragen gemeinsam vor allem eine gesellschaftliche Verantwortung. Die im Osten vorhandenen Erfahrungen mit Veränderungen sind dabei sehr wertvoll. Es ist wichtig, dass wir gemeinsam nach vorne gehen. Der demokratische Weg ist unser Weg.

alt
Fotos: Volker Wartmann
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