Continental Teves in Rheinböllen: Autokorso der IG Metall
Bericht aus Geschäftsstelle Bad KreuznachBeschäftigte setzen ein Zeichen gegen den geplanten Personalabbau. Bis spätestens 2027 soll die Beschäftigtenzahl in Rheinböllen auf 250 Personen reduziert werden.
Die Beschäftigten von Continental Teves wehren sich gegen den geplanten Stellenabbau. Bei einer ersten Aktion haben weit über 100 Kolleginnen und Kollegen mit mehr als 70 Fahrzeugen an einem Autokorso durch Rheinböllen und Simmern ihrem Unmut lautstark Luft gemacht.
„Wir sind erschüttert und wütend zugleich. Mit einem derart radikalen Kahlschlag konnte niemand rechnen“, kommentiert Ingo Petzold, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Bad Kreuznach, die Ankündigung des Managements im Betrieb. „Nach Jahren voller satter Renditen hat das Unternehmen keine bessere Idee als einen radikalen Arbeitsplatzabbau anzukündigen. Dabei sind es die Beschäftigten, die die Renditen erarbeitet haben.“ Hinzu kommt, dass die Beschäftigten in Rheinböllen schon jetzt ihren Beitrag zum Erhalt des Standorts leisten. Erst Ende 2019 wurde vereinbart, 250 Stellen abzubauen, um die Zukunftsfähigkeit des Standortes zu gewährleisten.
„Wir befinden uns damit in Rheinböllen bereits in einem schmerzlichen Beschäftigungsabbauprozess. Das jetzt – noch bevor dieser abgeschlossen ist – der Konzern weitere massive Arbeitsplatzreduzierungen ankündigt, versetzt unsere Kolleginnen und Kollegen in Schockstarre. Wir fragen uns, was dem Vorstand Vereinbarungen überhaupt noch wert sind“, stellt Volker Diel, Betriebsratsvorsitzender von Continental in Rheinböllen, fest.
Die Automobilindustrie und damit auch die Zulieferer sind in turbulentem Fahrwasser. Die Transformation wird durch die Folgen der Corona-Krise verstärkt und beschleunigt, das steht auch für IG Metall und Betriebsrat außer Frage. Entgegen anderer Unternehmen aus der Branche, wie ZF, Bosch oder Mercedes, wurde bei Continental auf Konzernebene noch nicht einmal der Versuch unternommen, im Dialog mit den Arbeitnehmervertretern eine gemeinsame Lösung zum aktuellen Problem zu finden. Die einfache Antwort der Konzernleitung von Continental lautet: Mitarbeiter entlassen, um die Personalkosten zu drücken.
„Continental hat sich bisher auf die Solidarität und Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen in Rheinböllen immer verlassen können. Man hat schmerzhafte Maßnahmen getroffen und erst Ende 2019 ein Zukunftspaket für Rheinböllen vereinbart. Die Beschäftigten sind in die Kurzarbeit gegangen und haben auf Lohn verzichtet. Alles für ihren Standort in Rheinböllen. Und als Dank fällt uns die Konzernleitung jetzt in den Rücken. Das ist keine Strategie und das ist auch kein fairer Umgang, das ist eine Kampfansage an alle Beschäftigten“, beschreibt Petzold die Situation.
Deshalb wird sich die IG Metall gemeinsam mit dem Betriebsrat und den Beschäftigten zur Wehr setzen und für den Standort und die Arbeitsplätze in Rheinböllen kämpfen. Die IG Metall fordert für Rheinböllen ein tragfähiges Konzept, um Arbeitsplätze und den Standort dauerhaft abzusichern. „Wir brauchen eine tragfähige Zukunftsbrücke in Rheinböllen, damit wir mit den Beschäftigten gute Produkte für die Mobilität der Zukunft bauen können“, so Petzold.
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