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Breite Zustimmung

Bericht aus Bezirk Küste Angesichts der massiven Auswirkungen der Corona-Krise war an eine normale Tarifrunde nicht mehr zu denken. Die Verhandlungen für die 140 000 Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie sind bis Ende des Jahres ausgesetzt worden.



IG Metall Küste und Nordmetall

haben stattdessen Ende März neue Regelungen zum Schutz von Arbeitsplätzen vereinbart: in Härtefällen werden Zuzahlungen zum Kurzarbeitergeld ermöglicht, und mit zusätzlichen freien Tagen bekommen Eltern Hilfe, die wegen der Schul- und Kitaschließungen ihre Kinder zu Hause betreuen müssen. „Mit dem Tarifabschluss federn wir als Sozialpartner die Folgen der Corona-Krise für die Beschäftigten wenigstens etwas ab“, sagt Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste.


In der Tarifkommission

gab es breite Zustimmung: Die Mitglieder stimmten in einer Videokonferenz einstimmig zu. Auch aus den Betrieben kommen viele positive Stimmen: „Arbeitsplätze sichern, Zuzahlungen zum Kurzarbeitergeld ermöglichen und mit zusätzlichen freien Tagen Eltern helfen. So sieht bei uns Solidarität aus“, sagt Mandy Cerny, Vertrauensfrau und JAV-Vorsitzende von Thyssen-Krupp Marine Systems in Kiel. Martin Rother, Vertrauenskörperleiter Airbus Stade, ergänzt: „In der Krise darf niemand auf der Strecke bleiben. Mit dem Tarifabschluss schützen wir unsere Kolleginnen und Kollegen. Das ist jetzt das Wichtigste.“

Wenige Tage nach der Übernahme des Pilotergebnisses aus NRW einigten sich IG Metall Küste und Nordmetall auch auf die Einführung von Arbeitszeitkonten für die Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie. Betriebsrat und Geschäftsführung können so durch freiwillige Betriebsvereinbarung bis zum 31. März 2022 ein Krisen-Arbeitszeitkonto für jeden Arbeitnehmer eines Betriebs einführen. Für dieses Konto gilt die maximale Obergrenze von 200 Plus- und 150 Minusstunden.


Der Bezirksleiter

sieht in den Arbeitszeitkonten ein weiteres Instrument, um über die Krise zu kommen. „Sie helfen Arbeitsplätze und Einkommen zu sichern. Kurzarbeit kann damit verhindert oder zumindest verzögert werden. Das ist vor allem in Betrieben wichtig, in denen es keine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes gibt und die Beschäftigten sonst schnell erhebliche Einkommenseinbußen hätten“, so der Gewerkschafter.


Das Krisen-Arbeitszeitkonto

muss am Ende der Laufzeit der Betriebsvereinbarung auf „Null“ stehen. Guthaben-Stunden sind bis zum Ende der Laufzeit der Betriebsvereinbarung zu gewähren bzw. zu nehmen und dürfen während der Laufzeit der Vereinbarung nicht ausgezahlt werden. Negativsalden zum Ende der Vereinbarung dürfen nicht mit anderen tariflichen Entgeltansprüchen verrechnet werden.

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Fotos: Peter Bisping
Mandy Cerny, Vertrauensfrau und JAV-Vorsitzende TKMS Kiel: „Arbeitsplätze sichern, Zuzahlungen zum Kurzarbeitergeld ermöglichen und mit zusätzlichen freien Tagen Eltern helfen. So sieht bei uns Solidarität aus.“
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Martin Rother, Vertrauenskörperleiter Airbus Stade: „In der Krise darf niemand auf der Strecke bleiben. Mit dem Tarifabschluss schützen wir unsere Kolleginnen und Kollegen. Das ist jetzt das Wichtigste.“
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Daniel Friedrich, Bezirksleiter IG Metall Küste: „Mit dem Tarifabschluss federn wir als Sozialpartner die Folgen der Corona-Krise für die Beschäftigten wenigstens etwas ab.“
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