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Gemeinsam stark in Mannheim

Um in den Betrieben durchsetzungsstark und handlungsfähig zu sein, braucht eine Gewerkschaft viele Mitglieder. Das ist eine einfache Weisheit. Ungleich schwerer ist es, die Mitgliederstärke auch in schwierigen Zeiten zu halten und auszubauen. Die IG Metall Mannheim zeigt, wie das gelingen kann.


2018 war für Mannheim ein Superjahr. Die Metall- und Elektro-Tarifrunde bescherte einen Mitgliederzuwachs auf fast 28 000, die Belegschaften waren auf ihre IG Metall durchweg gut zu sprechen. Zur Wahrheit gehört aber auch: Mit neuen Antriebsarten in der Autoindustrie und Entwicklungen wie der Digitalisierung geraten zahlreiche Betriebe der Geschäftsstelle in den nächsten Jahren unter Druck. Das wird auch für die Beschäftigung und die Mitgliederzahlen Folgen haben.

„Wenn wir durchsetzungsstark bleiben wollen, müssen wir jetzt, aus einer Position der Stärke heraus, die digitalen Entwicklungen in den Betrieben und die Elektromobilität mitgestalten und auf dem Weg noch mehr Menschen von der IG Metall überzeugen“, sagt der Mannheimer Geschäftsführer Klaus Stein. Zwar war Mitgliedergewinnung immer wichtig. Noch nie lag der Fokus aber so stark auf dem einzelnen Betrieb und den Verbesserungen für die Belegschaft, die die IG Metall erreichen kann. Das passende Ansprachekonzept, das die Beschäftigten von Beginn an beteiligt, hat das Gemeinsame Erschließungsprojekt (GEP) im Bezirk entworfen; die daraus resultierende Kampagne „Wir in Mannheim ― Gemeinsam stark“ hat der Ortsvorstand einstimmig angenommen.


1000 Mitglieder bis 2020

Die erste Erkenntnis: Allein in den 14 Ortsvorstands-Betrieben gibt es ein Potenzial von mehreren Tausend Nichtmitgliedern, hinzu kommen weitere Beschäftigte in nicht-tarifgebundenen Betrieben. Zum Ziel gesetzt hat sich die Geschäftsstelle 1000 zusätzliche Mitglieder bis zur Tarifrunde 2020. Die 20 Betriebe, auf die man sich dabei konzentriert, reichen von nicht-tarifgebundenen Textil-Betrieben wie Elis bis zu industriellen Schwergewichten wie dem Mannheimer Benz-Standort.

Mit der Festlegung auf die Betriebe begann die eigentliche Arbeit: „Wir wollen die Menschen nachhaltig gewinnen, deshalb gehen wir an jeden Schreibtisch und jede Werkbank und reden mit den Leuten“, sagt Stein. „Das ist ein bisher einmaliges Format.“ In jedem Betrieb hat die IG Metall gemeinsam mit Betriebsräten und Vertrauensleuten die Beschäftigten zu ihren Problemen und Wünschen befragt, danach wurde ein spezifischer Kampagnenplan erstellt. Die Ziele reichen ― je nach Betrieb ― von mehr Parkplätzen über Verbesserungen für Leiharbeiter oder Angestellte bis zum Erreichen der Tarifbindung.


Viele Workshops, klare Ziele

Die zeitgleiche Bearbeitung der verschiedenen Themen gelingt über den gemeinsamen Rahmen der Kampagne, die Verbindlichkeit ist hoch: Alle sechs bis acht Wochen lädt die Geschäftsstelle die Hauptakteure aller Betriebe zu einem Workshop und bespricht die nächsten Schritte; Mitte Mai organisiert das GEP gemeinsam mit der Geschäftsstelle eine zusätzliche dreitägige Anspracheaktion. Bisheriges Fazit: „Wir erleben jetzt schon, dass sich die Leute auf die neuen Beteiligungsformen einlassen, weil wir ihre Probleme ernst nehmen“, so Stein. Manches Vorurteil – etwa, dass Ingenieure und Angestellte wenig bis kein Interesse an der IG Metall haben –, hat sich im direkten Kontakt in Luft aufgelöst.

Irfan Mercik, Betriebsrat beim Mannheimer Autozulieferer Thermamax, nimmt aus den Workshops viele Tipps mit: „Gerade für unseren Betrieb, der noch nicht so lange einen Tarifvertrag hat, sind die vielen Workshops sehr interessant. Sie helfen uns bei der systematischen Ansprache von Nichtmitgliedern und wir konnten im erheblichen Umfang unseren Organisationsgrad steigern. Jetzt können wir selbstbewusster und auf Augenhöhe mit unserem Arbeitgeber verhandeln.“

Regina Jebril, Betriebsratsvorsitzende beim Technologiespezialisten ABB APR in Ladenburg, beurteilt die Kampagne so: „Dieses Projekt inspiriert und bringt frischen Wind in eingefahrene Strukturen. Top für unsere konzeptionelle Betriebsratsarbeit, den Teamgeist und die Methodenkompetenz. Unser IG Metall-Netzwerk lässt uns wachsen!“ Oder mit den Worten von Stein an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Workshops gesprochen: „Ihr seid das Gesicht der IG Metall. Das Gelingen unserer Ziele, eine gemeinsame Perspektive für uns alle, geht nur, wenn ihr es wollt.“

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