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3 Fragen an Burcu Sicilia

Die 27-jährige Betriebsrätin ermuntert Beschäftigte mit Migrationshintergrund, selbstbewusst aufzutreten.


Warum engagierst Du Dich für betriebliche und gesellschaftliche Integration?

Burcu Sicilia: Weil meine Familie aus der Türkei kommt. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn andere mich aufgrund meiner Herkunft schlechter behandeln. Ich will Menschen helfen, sich gegen Diskriminierungen zu wehren. Migranten sollten Mut haben und selbstbewusst auftreten. Denn: Sie meistern ihre Sache genauso gut oder schlecht wie jeder andere. Während der Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 11. bis 24. März sensibilisieren wir dafür, wie wichtig Integration ist.

 

Burcu Sicilia 27 ist Betriebsrätin bei Volkswagen in Wolfsburg (Foto: Matthias Leitzke)

 


Wie sollten Beschäftigte auf fremdenfeindliche Äußerungen reagieren?

Über heftige Entgleisungen muss man gar nicht erst diskutieren. Das sollte sofort gemeldet werden, etwa beim Betriebsrat. Alle Beschäftigten müssen den Mut haben und sagen: „So was geht nicht, das ist diskriminierend.“ Betroffene sollten sich immer Unterstützung von Vertrauenspersonen holen.


Wurdest Du schon mal wegen Deiner kurdischen Wurzeln diskriminiert?

Nicht im Betrieb, aber während der Schulzeit. Eine Lehrerin hat mir damals gesagt, ich könne keine Eins in Deutsch bekommen, weil ich keine Deutsche sei. Ich habe unter anderem deshalb die Schule gewechselt. Später habe ich Abitur gemacht, bei Volkswagen ein Duales Studium abgeschlossen, im Einkauf gearbeitet und jetzt bin ich Betriebsrätin, zuständig für die technische Entwicklung.

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