„Bei uns auf dem Land gehen einige Dinge schneller, weil man sich kennt“, meint Betriebsrat und Sicherheitsbeauftragter Matthias Schrader von Stüken in Rinteln. „Die Corona-Pandemie erforderte schnelles Handeln, um die Beschäftigten am Arbeitsplatz zu schützen.“
Doch wo sollten so schnell Masken für die 834 Beschäftigten und 20 Leihbeschäftigten bei Stüken herkommen, wenn Millionen von Masken in Deutschland fehlen. Kurzerhand hat der regionale Industrie-Service Steinmeier seine alten Nähmaschinen aus dem Keller geholt und auf die Produktion von Masken umgestellt. Steinmeier war früher eine Näherei und musste durch den Strukturwandel in der Textilbranche seine Dienstleistung umstellen. Bisher wurden in dem Unternehmen Ziehteile von Stüken mit sporadischen Mängeln von Hand ausgesucht. Jetzt schnurren dort wieder die Nähmaschinen, die zum Teil von Frauen bedient werden, die schon lange in Rente waren.
Stüken war der erste Abnehmer und hat seine Beschäftigten mit drei waschbaren Masken ausgestattet. „Wir werden prüfen, wie lange wir damit auskommen und bei Bedarf nachbestellen“, erzählt Schrader.
Weitere Schutzmaßnahmen: Ansonsten müssen alle Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen und Abstand halten umgesetzt werden. So warten die Beschäftigten im Auto beim Schichtwechsel, um den Kontakt zu vermeiden. Auch in der Kantine sind die Tische auseinander gerückt und es gibt abgepacktes Essen. „Die Gemeinschaft leidet darunter“, aber unsere Kolleginnen und Kollegen machen das anstandslos mit“, so Schrader.
Auch im Büro muss Abstand gehalten werden. Besprechungen laufen per Telefon und über Webkonferenzen. Bei nicht vermeidbaren Besprechungen werden die Tische weit auseinander gerückt. Zudem wurde die Zahl der Beschäftigten im Homeoffice von 4 auf jetzt rund 17 Personen aufgestockt. „Jetzt gehen plötzlich Dinge, die vorher nicht denkbar waren“, sagt Schrader. „Viele haben sich das Homeoffice gewünscht, doch mit Kindern, die nicht in die Kita oder die Schule können, ist an Arbeiten kaum zu denken.“
Trotzdem bietet der Sprung ins digitale Zeitalter auch Chancen. Bei Stüken gibt es Pendler, die aus Hannover kommen und jetzt zwei bis drei Stunden Fahrtzeit sparen und diese für ihre Aufgaben nutzen.
Eine weitere wichtige strategische Maßnahme ist die Trennung von Funktionen und Aufgaben auf die beiden Standorte von Stüken in Rinteln, die rund sieben Kilometer auseinander liegen. „Damit stellen wir sicher, dass wir in jedem Fall arbeiten können, wenn ein Teil der Firma aufgrund eines Coronafalles geschlossen werden muss.“ Zudem wurde eine Vereinbarung über die Organisation von Schließtagen mit verpflichtenden Freistellungstagen (Tarifvertrag T-Zug) und den Abbau von Stundenkonten getroffen, um Kurzarbeit zu vermeiden. Schrader: „Wir gehen mit der Bewältigung der Krise ganz pragmatisch um. In täglichen Morgenkonferenzen mit der Geschäftsführung besprechen wir, welche Maßnahmen angepasst oder eingeleitet werden müssen.“
Fotos: Matthias Schrader. Heiko Stumpe Betriebsrat Andreas Anders: Jeder Beschäftigte bekommt vom Betrieb drei waschbare Masken.
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