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Signale der Beschäftigten

Die Tarifparteien haben ihre Vorstellungen in der dritten Runde kontrovers diskutiert. In den Betrieben fanden Aktionstage statt.


Mit einfallsreichen Aktionen haben die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Ostdeutschland im Mai deutliche Signale an die Arbeitgeber gesendet. Ihre Botschaft: Es ist höchste Zeit für die Angleichung der Arbeitszeit im Osten an das West-Niveau. Kolleginnen und Kollegen aus zahlreichen Betrieben in ganz Ostdeutschland haben sich an der IG Metall-Aktionswoche beteiligt, Informationsveranstaltungen durchgeführt, einen Schuldschein über 16 Millionen Arbeitsstunden an den VW-Vorstand überreicht oder 35er- Kekse gebacken. „Die Arbeitgeber müssen sich jetzt bewegen und die Signale der Belegschaften ernst nehmen“, sagte IG Metall-Bezirksleiter Olivier Höbel.


Absage an Arbeitgeber-Angebot

Am 3. Mai hat in Magdeburg das dritte Tarifgespräch zur Angleichung der Arbeitszeit in Ostdeutschland unter Beteiligung aller ostdeutschen Tarifvertragsparteien der Metall- und Elektroindustrie stattgefunden. In den Verhandlungen wurde scharf und kontrovers über die gegensätzlichen Vorstellungen diskutiert. Die Arbeitgeber beharrten auf ihrem Angebot eines betrieblichen Arbeitszeitkorridors zwischen 30- und 40-Wochenstunden. Ihrem Vorhaben, aus der Arbeitszeitverkürzung eine dauerhafte bezahlte Verlängerung der Wochenarbeitszeit zu machen, hat die IG Metall-Gesprächskommission in Magdeburg eine klare Absage erteilt.


 

(Foto: IG Metall)

 

Lösung nur mit Tarifvertrag

Die IG Metall sieht die Lösung in einem Modell unterschiedlicher Geschwindigkeiten, das auf die besondere Situation eines jeden Betriebs zugeschnitten ist, jedoch einen verbindlichen Endpunkt hat. Spätestens 2030, dann mehr als 40 Jahre nach dem Mauerfall im November 1989, muss die Arbeitszeitverkürzung in allen tarifgebundenen Betrieben vollständig umgesetzt sein. „Dieses Modell enthält bereits weitgehende Kompromisslinien und damit ein deutliches Angebot an die Arbeitgeber“, sagte Olivier Höbel. „Es kommt für uns auch nicht in Frage, die Regelung der Arbeitszeit ausschließlich an die Betriebsparteien zu delegieren. Die Arbeitgeber sind jetzt aufgefordert, über tarifliche Lösungen zu verhandeln, die betriebliche Flexibilität ermöglichen. „Denn für die IG Metall steht fest: Die Arbeitszeitverkürzung bedarf einer verbindlichen tariflichen Regelung, die bei den Beschäftigten ankommt. Das, so Olivier Höbel, „ist nur mit Tarifvertrag möglich, der klar definierte Zeiträume zur Absenkung der Arbeitszeit festlegt“.


Der weitere Fahrplan

Die Tarifkommissionen der ostdeutschen IG Metall-Bezirke beraten am 16. Mai (nach Redaktionsschluss) über die weitere Strategie. Das nächste Gespräch mit den Arbeitgebern findet am 21. Mai in Berlin statt. „Bis dahin erwarten wir einen konstruktiven Vorschlag, um das im April mit den Arbeitgebern vereinbarte gemeinsame Ziel einer Einigung im ersten Halbjahr zu ermöglichen“, erklärte Bezirksleiter Olivier Höbel.

 

Aktuelle Informationen gibt es stets im Internet unter igmetall-bbs.de.

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