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Kfz-Tarifrunde gestartet – Aktionstage Anfang Juni

Die Verhandlungen im Kfz-Handwerk sind gestartet. Die IG Metall fordert 5 Prozent. Anfang Juni sind bundesweite Aktionen geplant.


Die Tarifverhandlungen für das Kfz-Handwerk laufen. 5 Prozent mehr Geld fordert die IG Metall für die Beschäftigten in den Autohäusern und Kfz-Werkstätten. Auszubildende sollen ein Extraplus erhalten. Zu Redaktionsschluss dieser metallzeitung haben IG Metall und Arbeitgeber noch keine Annäherung erzielt. Die IG Metall begründet ihre Forderungen mit einem wachsenden Werkstattgeschäft, robusten Umsätzen und guten Renditen. Die Umsätze stiegen laut Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe im Jahr 2018 bundesweit um insgesamt 2,6 Prozent, im Pkw-Neuwagengeschäft um 3,6 und im Service um 5 Prozent.


Aktionstage Anfang Juni

Die sogenannte Friedenspflicht endet am 31. Mai. Danach sind Warnstreiks zulässig. Vom 3. bis 5. Juni machen die Kfz-Beschäftigten mit bundesweiten Aktionstagen Druck für ihre Forderungen. In allen Regionen sind Demonstrationen und Autokorsos geplant.


Tarifbindung erhöhen

Neben mehr Geld will die IG Metall erreichen, dass die Tarife wieder für mehr Kfz-Betriebe gelten. „Viel zu viele Betriebe haben sich dem Flächentarifvertrag entzogen“, kritisiert IG Metall-Vorstandsmitglied Ralf Kutzner. „Die Arbeitgeber wollen schlicht selbst darüber bestimmen, ob und was gezahlt wird.“


Tarifbindung durchgesetzt

In vielen Betrieben ist es Beschäftigten und IG Metall bereits gelungen, die Tarifbindung durchzusetzen. Etwa für die rund 1200 Beschäftigten in den 40 Niederlassungen des Lkw- Herstellers Scania. Seit Januar wird dort schrittweise bis 2021 der Kfz-Flächentarif der IG Metall eingeführt. Das bedeutet für viele Beschäftigte ein Plus von mehreren Hundert Euro im Monat. Zudem sinkt die Arbeitszeit bis 2022 schrittweise von vorher 40 auf 36 Stunden in der Woche. Für die Auszubildenden gilt bereits jetzt der volle Kfz-Tarif. Das alles haben die Beschäftigten durchgesetzt. Sie gründeten Betriebsräte und machten während der Verhandlungen mit Aktionen Druck.

Vor wenigen Wochen haben sich auch die 150 Beschäftigten der Daimler-Tochter CARS im sächsischen Wiedemar ihre Tarifbindung erkämpft. Ihre Löhne steigen dadurch in diesem Jahr um 10 Prozent. Dafür haben die Beschäftigten gemeinsam mit der IG Metall Druck gemacht ― unter anderem mit einem ganztägigen Warnstreik vor der Daimler-Konzernzentrale in Stuttgart.

In vielen weiteren Kfz-Betrieben sind Beschäftigte gerade dabei, mithilfe der IG Metall Tarifverträge durchzusetzen, etwa für die Autohäuser von Neils & Kraft in Mittelhessen. Neils & Kraft ist wie viele Kfz-Arbeitgeber in Hessen nicht mehr im Tarif. Die IG Metall-Mitglieder bei Neils & Kraft haben nun eine Tarifkommission gewählt. Auch sie fordern 5 Prozent mehr Lohn, die Verkürzung der Arbeitszeit von 37,5 auf 36 Stunden in der Woche und die Anerkennung des hessischen Kfz-Tarifs.

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