Tröten, Trillerpfeifen und Transparente, dazu ein Meer an roten IG Metall-Fahnen: Am 22. November hatten rund 15 000 Beschäftigte aus Automobil- und Zulieferbetrieben eine klare gemeinsame Botschaft: Finger weg von unseren Arbeitsplätzen! Gegen Sparprogramme auf Kosten der Belegschaften! Für sichere und gute Beschäftigung im Wandel!
„Jobabbau? Zukunftsklau? Halbschlau!“ Unter diesem Motto hatte die IG Metall Baden-Württemberg zum Aktionstag gegen die angekündigten Stellenstreichungen und Sparprogramme in der Automobil- und Zulieferindustrie aufgerufen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus allen Teilen Baden-Württembergs.
Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter IG Metall Baden-Württemberg: „15 000 Menschen vermitteln heute eine eindeutige Botschaft: Wir lassen uns nicht unsere Arbeitsplätze wegnehmen und unsere Zukunft vorenthalten, nur weil etliche Unternehmer ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben und teilweise noch mehr Rendite wollen.“ Den Arbeitgebern machte er ein Angebot: „Lassen Sie uns gemeinsam Perspektiven für alle unsere Standorte und für eine Transformation mit allen Beschäftigten entwickeln. Dafür kämpfen wir und wir werden so lange nicht nachgeben, bis es gute Lösungen für alle gibt.“
FairWandel geht anders
Aktuell planen um die 160 Betriebe in der baden-württembergischen Automobil- und Zulieferindustrie Einschnitte, darunter Sparprogramme, Verlagerungen, Stellenabbau, Werkschließungen und den Austritt aus dem Arbeitgeberverband und Flächentarif. Dies ist umso besorgniserregender, da der Umbau der Arbeitswelt im Zuge von Digitalisierung und Elektromobilität erst am Anfang steht. Der technologische Wandel dient etlichen Unternehmen also offenbar als Vorwand, um auf Kosten ihrer Beschäftigten hausgemachte Probleme zu lösen.
Die IG Metall sagt klar, Fairwandel geht anders und erwartet dafür auch die Unterstützung der Politik in punkto Infrastruktur, Fort- und Weiterbildung und kluger Regulierung. Die Arbeitgeber fordern wir zu einer Kurskorrektur in diesem Sinne auf:
Schlau in die Zukunft: Kluge Zukunftsperspektiven entwickeln und umsetzen, statt den Rotstift anzusetzen!
Gegen Abbau: Kein rücksichtsloser Abbau von Arbeitsplätzen und Verlagern von Produktionen unter dem Deckmantel des technologischen Wandels!
Mit allen Beschäftigten: Belastbare Zusagen zu Beschäftigungssicherung und der Zukunft von Standorten! Für eine aktive Beteiligung und Teilhabe unserer Kolleginnen und Kollegen!
Für Ökologie: Für eine nachhaltige, ökologische Zukunft unserer Industrie und Veränderungen im Sinne der Beschäftigten!
Aktionstag mit rund 15000 Teilnehmern in Stuttgart: Am Schlossplatz dabei war auch der „Transformator“ aus Heilbronn-Neckarsulm. (Foto: Julia Friedrich)
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