Bericht aus Bezirk Mitte Etwa 250 Kolleginnen und Kollegen aus der saarländischen Stahlindustrie haben am 24. Oktober eine etwas andere Nacht der Industrie gestaltet.
Etwa 250 Kolleginnen und Kollegen aus der saarländischen Stahlindustrie haben am 24. Oktober eine etwas andere Nacht der Industrie gestaltet: Sie haben abends in Frankfurt am Main vor der Europäischen Zentralbank für die Forderungen der IG Metall im Stahlbereich demonstriert.
Unterstützung erhielten sie unter anderem auch von einer großen Delegation der Streikenden Beschäftigten der RIVA-Tochter H.E.S. aus Trier und Horath.
„Die deutsche und europäische Stahlindustrie müssen die Technologieführerschaft in der klimaneutralen Stahlerzeugung übernehmen“, sagte Jörg Köhlinger, Bezirksleiter der IG Metall-Mitte. „Der Umbau muss aber so gestaltet werden, dass die Arbeitsplätze erhalten und gesichert werden.“ Anlass der Protestaktion war die Ankündigung der Stahl Holding Saar (SHS), in den kommenden drei Jahren in den Unternehmen Saarstahl und Dillinger Hütte 1500 Jobs bei den Unternehmen abzubauen und weitere 1000 zu verlagern. Das betrifft etwa zwanzig Prozent der Gesamtbelegschaft. Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden, dafür Zeitverträge nicht verlängert werden. Bereits seit Anfang September 2019 sind die Mitarbeiter von Saarstahl in Kurzarbeit.
Keine alternativlose Basta-Politik
Bereits Ende September und Anfang Oktober hatte es dazu Proteste der Stahlarbeiterinnen und Stahlarbeiter im Saarland gegeben.
Vor den Betriebsversammlungen bei der Dillinger Hütte und bei Saarstahl waren 9000 Menschen zu großen Demonstrationszügen gekommen, einige Tage später folgten weit über 1000 Menschen dem Aufruf der IG Metall Völklingen zur Protestkundgebung vor dem Landtag des Saarlandes. „Das Saarland steht zusammen, das Saarland rückt zusammen, das Saarland hat verstanden.“ Mit diesen Worten hatte Ralf Cavelius, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Völklingen die Kundgebung vor dem Landtag des Saarlandes eröffnet.
„Wir brauchen keine alternativlose Basta-Politik. Wir brauchen einen echten und ernst gemeinten Diskussionsprozess mit den Arbeitnehmervertretern, um unsere Stahlindustrie gegen die Gefahren von außen stark zu machen“, fordert Lars Desgranges, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Völklingen, von der Politik. Dafür hat die IG Metall 14 Forderungen und Positionen zum Erhalt der Arbeitsplätze innerhalb der saarländischen Stahlindustrie erarbeitet.
Inzwischen fanden erneute Gespräche zur Situation in der Stahlindustrie mit den saarländischen Ministern in der Bundesregierung, Heiko Maas und Peter Altmaier, statt. Die wichtigste Forderung der Betriebsräte und der IG Metall dabei: Betriebsbedingte Kündigungen müssen ausgeschlossen werden.
Foto: Sven Ehlers Kolleginnen und Kollegen der saarländischen Stahlindustrie bei der Mahnwache vor der EZB in Frankfurt.
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