Die IG Metall ist erstmals mit vorgezogenen Verhandlungen in die Tarifrunde 2020 gestartet. Vorab hat sie mit den Arbeitgebern ein „Moratorium für einen fairen Wandel“ vereinbart. Beide Tarifparteien verzichten in dieser Auszeit auf die „üblichen Szenarien“ einer klassischen Tarifrunde und diskutieren noch in der Friedenspflicht über ein Zukunftspaket, um den Wandel fair für alle Beschäftigten zu gestalten.
„Toll“, freut sich Betriebsratsvorsitzender Karl-Heinz Maiworm. „Endlich mal keine alten Zöpfe, sondern ein offener Dialog über unsere Zukunft.“ Bei Volvo Construction Equipment in Hameln arbeiten rund 500 Beschäftigte. Inzwischen läuft der Betrieb wieder rund. Ende 2019 war die Auftragslage nicht so gut, deshalb wurde Kurzarbeit gefahren. Maiworm: „Das Instrument der Kurzarbeit hat schon oft geholfen und sollte weiter optimiert werden, um einen massiven Arbeitsplatzabbau in der Transformation zu verhindern.“
Deshalb steht bei der IG Metall auf der Themenliste im Moratorium auch eine tarifliche Aufzahlung für das Kurzarbeitergeld, um die Entgelteinbußen abzufedern und den Wandel der Arbeitswelt mit er fahrenen und gut ausgebildeten Beschäftigen zu bewältigen.
Ziel der IG Metall ist ein Zukunftspaket mit Beschäftigungssicherung, Qualifizierung und einer Kaufkraftstärkung. Seit dem 24. Februar laufen die Verhandlungen im Tarifgebiet Niedersachsen. Die Betriebsräte bei Volvo Construction Equipment informieren die Belegschaft auf verschiedenen Kanälen. Es gibt eine Stellwand in der Kantine (siehe Bild), und eine zweite wandert zwischen den Pauseninseln. „Die Beschäftigten bleiben stehen und lesen“, erzählt Nuno Brito, der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende. Im Gegensatz zu den Informationen, die täglich über die betrieblichen Monitore laufen. Maiworm: „Das nimmt kaum jemand wirklich wahr.“
Das neue Format mit Informationswänden, Voten und der Nutzung von Social Media fördert die Diskussionen zwischen Betriebsrat und Vertrauensleuten, die wiederum in der Belegschaft den Austausch sichern. Maiworm: „Es gibt in dieser Tarifrunde viel zu erklären, deshalb ist es gut, dass wir in den letzten sechs Jahren 35 Vertrauensleute gewinnen konnten.“
Am 23. April werden bei Volvo Construction Equipment turnusgemäß Vertrauensleute gewählt. Brito: „Wir wollen noch mehr, vor allem jüngere Kolleginnen und Kollegen, motivieren, aktiv zu werden.“ „Je mehr sich beteiligen, desto größer wird unsere Durchsetzungskraft“, so Maiworm. Deshalb wollen Betriebsrat und Vertrauensleute in der Tarifrunde auch weitere Mitglieder gewinnen und gehen dabei auch neue Wege. „Wir haben ein zusätzliches Hinweisschild auf den Wänden angebracht“, berichten die Betriebsräte.
Zu den aktuellen Tarifinfos, die an den Wänden hängen, läuft die Abfrage: „Ich möchte nicht mehr Geld und keine Zukunftssicherung. Deshalb beteilige ich mich nicht an Aktionen und werde kein Mitglied in der IG Metall“. Darunter bleibt Platz zum Unterschreiben auf der Wand. Maiworm: „Es soll deutlich werden, dass wir nur solidarisch gute Arbeitsbedingungen sichern können.“
Fotos: Betriebsrat Volvo Construction Equipment Betriebsräte Karl-Heinz Maiworm (links) und Nuno Brito: „Mit dieser Tarifrunde gemeinsam Weichen für die Zukunft stellen“
Kommentar
„Die Arbeitswelt ist in einem rasanten Prozess, sich zu verändern und damit auch alle bisherigen Standards. Es werden Arbeitsplätze wegfallen und neue entstehen. In welchen Verhältnissen das passieren wird, ist nicht abzuschätzen. Klar ist, bisher hat ein Großteil der Betriebe kein Konzept, wie sie sich zukünftig aufstellen wollen. Etliche drohen mit Arbeitsplatzabbau. Das kann nicht der Weg sein, wenn wir eine solidarische Gesellschaft bleiben wollen. Deshalb mischt sich die IG Metall jetzt ein. Das „Moratorium für einen fairen Wandel“ ist ein wichtiger Schritt, wenn dabei herauskommt, dass die Arbeitgeber bereit sind, mit uns gemeinsam die Zukunft zu gestalten. Dazu gehört dann aber auch die Einlassungspflicht, über betriebliche Zukunftstarifverträge mit uns zu verhandeln.“
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