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Kurzanalyse zum Ausbildungsmarkt im August 2010
Die Misere setzt sich fort

Die gestern von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Zahlen zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt für August werten viele Medien als Zeichen der wirtschaftlichen Erhohlung. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) spricht gar von einem „Beschäftigungsaufschwung“. Dabei ist die Lage ...


... am Ausbildungsmarkt alles andere als entspannt: Nach wie vor gibt es viel mehr Bewerber als gemeldete Ausbildungsstellen.

„Wer glaubt, der Ausbildungsmarkt sei über dem Berg und habe das Krisenjahr 2009 hinter sich gelassen, der irrt“, analysiert Klaus Heimann, Experte für Bildungs- und Qualifizierungspolitik beim Vorstand der IG Metall. Die jüngsten Daten der Arbeitsämter belegten dies: Zu Beginn des Ausbildungsjahres gibt es nach Angaben der Bundesagentur weiterhin mehr Bewerber als gemeldete Stellen. So galten 97 400 junge Menschen im August noch als unversorgt. Dem standen lediglich 70 300 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber.

Krise am Ausbildungsmarkt nicht überwunden
Für Heimann ist klar: Die Krise macht dem Ausbildungsmarkt weiterhin zu schaffen. 215 000 Jugendliche seien aus der Statistik der Bundesagentur verschwunden, meist weil sie in Warteschleifen abgeschoben würden oder ihre Suche aufgegeben hätten. „Ein Großteil der Jugendlichen meldet sich schon gar nicht mehr bei den Arbeitsagenturen, weil sie sich davon keine Chancen auf eine Ausbildung versprechen“, so Heimann. Auch sie tauchten in der offiziellen Statistik nicht auf.

Für Heimann belegen die aktuellen Zahlen sehr deutlich, dass der wirtschaftliche Aufschwung auf dem Ausbildungsmarkt nicht angekommen sei. Zwar werde in diesem Jahr vermutlich wieder mehr ausgebildet als im Krisenjahr 2009/2010, aus Sicht der IG Metall sei dies aber bei weitem nicht genug.

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