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Ausbildungsvergütung

Fragen und Antworten

Wer eine Ausbildung macht, bekommt eine monatliche Ausbildungsvergütung. Die kann jedoch je nach Branche, Region und Tarifbindung unterschiedlich ausfallen. Fest steht jedoch: Mit Tarifvertrag ist man besser dran! Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um's Geld.

Wovon ist die Höhe der Ausbildungsvergütung abhängig?
Die Ausbildungsvergütungen richten sich nicht nach dem erlernten Beruf, sondern nach dem Wirtschaftsbereich, zu dem der Ausbildungsbetrieb gehört und der Region, in der er liegt. Nur in wenigen Branchen spielen zusätzlich auch die Ausbildungsberufe noch eine Rolle. Der Mindeststandard ist gesetzlich geregelt, deutlich besser fährst du jedoch, wenn in deinem Betrieb ein Tarifvertrag gilt. Wer wie viel verdient, hängt also von vielen Faktoren ab, hier dennoch ein paar grobe Faustregeln:

  • Qualifikation: Je besser die Ausbildung, desto höher die Einkommenschancen. Lernen lohnt sich also - auch wenn´s manchmal nicht so angenehm ist.
  • Beruf: Einen Beruf mit 100 Prozent Erfolgsgarantie gibt es nicht. Boomt ein Beruf, raten alle, eine entsprechende Ausbildung zu machen. Ist man dann damit fertig, kann aber auf dem Arbeitsmarkt wieder alles anders aussehen. (Eine Ausbildung dauert etwa drei, ein Studium in der Regel vier bis fünf Jahre!) Deshalb: Bei der Berufswahl besser daran orientieren, was einem Spaß macht und wo die eigenen Stärken liegen und weniger an kurzlebigen Trends.
  • Position: Je mehr Verantwortung, desto mehr Cash.
  • Alter: Das Alter allein macht´s nicht, aber Berufserfahrung und Dauer der Betriebszugehörigkeit zu einem Unternehmen spielen eine wichtige Rolle für die Höhe des Gehalts.
  • Geschlecht: Frauen verdienen im Schnitt 18,7 Prozent weniger als Männer.
  • Gewerkschaftlicher Organisationsgrad: Je stärker die Gewerkschaften in einer Branche vertreten sind, desto mehr können sie in Tarifverhandlungen für die Beschäftigten rausholen. Davon profitieren alle, auch diejenigen, die außertariflich bezahlt werden.
  • Unternehmen: Nicht die Größe, sondern der Erfolg eines Unternehmens sind ausschlaggebend dafür, wie viel Geld bezahlt wird - auch wenn Größe und Erfolg nicht selten zusammenfallen.
  • Region: In Ballungsgebieten verdienst du mehr als auf dem Land, dafür hast du dort aber auch höhere Lebenshaltungskosten.


Wer setzt die Ausbildungsvergütungen fest?
Die IG Metall handelt die Ausbildungsvergütungen mit den Arbeitgebern in Tarifverhandlungen aus. Meistens wird dabei auch eine Laufzeit vereinbart, in der diese Abmachung gibt. Manchmal werden auch schon stufenweise Erhöhungen für die kommenden Jahre ausgehandelt. Die IG Metall verhandelt über die Ausbildungsvergütungen in jenen Branchen, die zu ihrem Organisationsbereich gehören. Das sind unter anderem die Branchen Metall, Holz- und Kunststoff, Textil und Bekleidung, und zwar in der Industrie und im Handwerk.

Wie hoch sind die tariflichen Ausbildungsvergütungen?
In unserer Tarifinfo haben wir alle Angaben zu den Löhnen, Gehältern, Entgelten und Ausbildungsvergütungen im Organisationsbereich der IG Metall zusammengetragen. Eine Zusammenstellung der aktuellen Ausbildungsvergütungen in den einzelnen Branchen gibt es auf der Website der IG Metall Jugend.

Gelten überall tarifliche Ausbildungsvergütungen?
Nein. Es gibt Bereiche, in denen bisher keine Tarifverträge zustande gekommen sind - vor allem im Handwerk. Wenn ein Arbeitgeber nicht Mitglied im Arbeitgeberverband ist, ist er an die Tarifverträge nicht gebunden. In diesem Fall greifen manchmal so genannte "Allgemeinverbindlichkeitserklärungen", mit denen das Bundesarbeitsministerium bestimmte Tarifverträge für allgemein verbindlich erklärt.

Habe ich einen Rechtsanspruch auf die tariflichen Ausbildungsvergütungen?
Nur wenn du Mitglied der IG Metall bist, kannst du die tariflich vereinbarte Ausbildungsvergütung und andere tariflichen Leistungen im Streitfall auch rechtlich durchsetzen. Tarifverträge gelten nur für Arbeitnehmer und Azubis, die Mitglied einer Gewerkschaft sind. Und sie gelten nur in Firmen, die Mitglied des Arbeitgeberverbandes sind oder direkt mit der IG Metall einen Firmentarifvertrag geschlossen haben, zum Beispiel VW. Wer keiner Gewerkschaft angehört, kann im Ernstfall nicht auf den Tarifvertrag pochen: 2000 klagten drei Azubis beim Arbeitsgericht Augsburg auf ihr tarifvertragliche vereinbarte Übernahme. Das Gericht lehnte ab. Sie waren erst nach ihrer Ausbildung in die IG Metall eingetreten.

Warum werden nicht nur Gewerkschaftsmitglieder nach Tarif bezahlt?
Meistens gewähren Unternehmen die tariflichen Leistungen auch Azubis oder Arbeitnehmern, die keiner Gewerkschaft angehören. Warum? Man stelle sich vor, nur Gewerkschaftsmitglieder würden von Tarifverträgen profitieren. Dann wären sie viel besser dran als Nicht-Mitglieder, und die Arbeitnehmer würden massenhaft in die Gewerkschaften eintreten! Nur: Für Nicht-Mitglieder kann der Arbeitgeber auch von einem Tag auf den anderen die Leistungen kürzen. Gewerkschaftsmitglieder sind dagegen geschützt.

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Tarifliche Ausbildungsvergütungen

Wer wissen will, was Auszubildende verdienen, dem hilft das WSI-Tarifarchiv weiter. Je nach Branche und Region sind die tariflichen Vergütungen sehr unterschiedlich.

Statistisches Bundesamt

Das Statistische Bundesamt Deutschland veröffentlicht regelmäßig einen Index der Tarifverdienste und Arbeitszeiten der Arbeitnehmer in Deutschland.