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So geht der Betriebsrat bei Audi mit der Coronakrise um
„Der Gesundheitsschutz der Belegschaft hat oberste Priorität“

Auch bei Audi stehen die Bänder wegen den Auswirkungen der Coronapandemie still. Produktionsbeschäftigte gehen in Kurzarbeit, erhalten aber eine satte Aufzahlung durch das Unternehmen. Das haben die IG Metall-Betriebsräte für die Belegschaft erkämpft.


Jetzt gilt es, weitere Infektionen zu verhindern, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen und das Gesundheitssystem zu entlasten. Die IG Metall-Betriebsräte bei Audi handelten umgehend, als erste Fälle von Infizierten in Entwicklung und Karosseriebau im Stammwerk Ingolstadt bekannt wurden. „Der Gesundheitsschutz der Belegschaft hat für uns oberste Priorität“, betont Peter Mosch, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Audi AG (Bild oben im Beitrag). In enger Zusammenarbeit mit dem stellvertretenden Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Rolf Klotz und den Betriebsräten in Ingolstadt und Neckarsulm wurden sofort entsprechende Maßnahmen auf den Weg gebracht.

Wegen des Coronavirus gibt es auch verschiedene Engpässe in der Lieferkette. Die Produktionslinien an beiden deutschen Audi-Standorten stehen nun still – voraussichtlich für längere Zeit. Zunächst bis zum 5. April wird in der Fertigung und den tangierenden Bereichen nicht gearbeitet. Beschäftigte sollen in Kurzarbeit gehen – so haben es Unternehmen und Betriebsrat gemeinsam beschlossen und entsprechend bei der Agentur für Arbeit beantragt.

 

Kurzarbeitergeld wird deutlich aufgestockt

Doch betroffene Audianerinnen und Audianer bekommen einiges mehr an Unterstützung: Der Betriebsrat hat mit dem Unternehmen vereinbart, dass Audi das Kurzarbeitergeld auf 95 Prozent des monatlichen Nettoarbeitsentgelts aufstocken wird. „Mit dieser Aufzahlung können wir sicherstellen, dass das monatliche Grundentgelt für alle Betroffenen auf einem hohen Niveau bleibt“, fügt Gesamtbetriebsratsvorsitzender Peter Mosch hinzu.

Quer durch das Bundesgebiet haben IG Metall und Betriebsräte Zuzahlungen aufs Kurzarbeitergeld durchgesetzt – beziehungsweise wird vielerorts daran gearbeitet. Das Kurzarbeitergeld berechnet sich nach dem Nettoentgeltausfall. Es ersetzt grundsätzlich rund 60 Prozent des ausgefallenen Nettoentgelts. Lebt mindestens ein Kind mit im Haushalt, beträgt das Kurzarbeitergeld rund 67 Prozent des ausgefallenen Nettoentgelts.


Unterstützung für andere Betriebe

Für die Belegschaften schließen IG Metall und Betriebsräte vor Ort Vereinbarungen ab, um Arbeit zu sichern und die Folgen der Coronapandemie abzufedern. Denn klar ist: Die Beschäftigten dürfen nicht allein gelassen werden. Jörg Schlagbauer, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender und Vorsitzender der IG Metall-Vertrauenskörperleitung bei Audi Ingolstadt, sagt: „Im Rahmen der Coronakrise wird einmal mehr deutlich, wie wichtig flächendeckende Mitbestimmung und eine starke Interessenvertretung im Betrieb sind. Uns ist klar, dass die Bedingungen nicht überall in Deutschland so gut sind wie bei Audi. Deshalb haben wir die Kolleginnen und Kollegen aufgefordert, wo immer es ihnen möglich ist, auch betroffene Beschäftigte in anderen Unternehmen und Branchen zu unterstützen.“


Digitale Kommunikation wird noch wichtiger

Die IG Metall-Betriebsräte und Vertrauensleute bei Audi sind weiter vor Ort, per E-Mail, Telefon oder über Messenger-Dienste für die Belegschaft da. Wegen der aktuellen Lage setzen sie noch mehr auf digitale Kommunikationswege, um zu informieren. Jörg Schlagbauer betont: „Wir werden auch in dieser Ausnahmesituation die Interessen und Belange der Beschäftigten vertreten und sichern.“ Egal, wie lange die Krisenzeit anhält.

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