Vereinbarkeit Job und Familie – die IG Metall packt es an
Beruf und Familie gut miteinander vereinbaren – das gelingt vielen Beschäftigten mehr schlecht als recht. Allzu oft geht es zu Lasten der Frauen. Lösungen sind möglich. Doch es gibt nicht die eine Patentlösung, sondern viele verschiedene Modelle. Mit einer Umfrage prüft die IG Metall ...
... betriebliche Angebote zur Familienfreundlichkeit.
Zu einem guten Leben gehört mehr als ein guter Job. Gerade das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie brennt vielen Beschäftigten unter den Nägeln. Denn für junge Eltern und Beschäftigte mit pflegebedürftigen Angehörigen gleicht es in der Praxis immer noch einer logistischen Meisterleistung diesen Anforderungen gerecht zu werden. Die IG Metall will dieses Thema gemeinsam mit den Betriebsräten angehen und die passenden Lösungen finden.
Der Fragebogen „Klimaindex Vereinbarkeit“ ist dafür ein wichtiges Instrument. Er hilft, die betrieblichen Maßnahmen zu prüfen: Wie bewerten die Beschäftigten die vorhandenen betrieblichen Maßnahmen? Was wünschen sich die Menschen? Wo muss nachgebessert werden? An der Fragebogenaktion können sich Betriebsräte, aber auch jeder einzelne Beschäftigte beteiligen.
Arbeitszeit flexibilisieren
„Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stellt viele Beschäftigte angesichts überlanger Arbeitszeiten und Leistungsdruck vor kaum zu bewältigende Anforderungen“, sagt Christiane Benner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall. Gerade die Arbeitszeit ist eine wichtige Facette beim Thema Vereinbarkeit. Teilzeit, flexible Arbeitszeitmodelle, veränderte Arbeitsbeginn- und -endzeiten, Job-Sharing, Elternzeit oder Familienpflegezeiten – alle diese Modelle können hilfreich sein. Beispielhaft hat das der Schienenfahrzeugbauer Bombardier Transportation gelöst. Das Unternehmen reagiert flexibel auf Änderungswünsche seiner Beschäftigten bei der Arbeitszeit. Wenn beispielsweise die Beschäftigten wegen Kinderbetreuung oder Pflegeaufgaben verkürzt arbeiten müssen.
Familienfreundliche Arbeitsbedingungen
Doch die IG Metall will grundsätzlich, dass die Beschäftigten selbstbestimmter über ihre Zeit verfügen können. Unabhängig davon, ob sie Kinder betreuen oder Angehörige pflegen müssen. In vielen Unternehmen gibt es seither auch Kinderbetreuungsangebote. So wie bei der Dillinger Hütte im Saarland oder bei Arcelor Mittal in Eisenhüttenstadt. Dort gibt es spezielle Angebote zur Kinderbetreuung. Doch ein Betriebskindergarten allein macht ein Unternehmen nicht familienfreundlich. Dazu gehört auch, dass die Betriebe den Beschäftigten die Möglichkeit einräumen, das Familienpflegezeitgesetz zu nutzen. Dieses neue Gesetz gilt seit Januar 2012, hat jedoch einen Haken: Die Teilnahme ist freiwillig. Das bedeutet konkret, Beschäftigte können ihre Arbeitszeit nur dann reduzieren, wenn der Arbeitgeber zustimmt.
Klimaindex Vereinbarkeit
Vereinbarkeit, noch ist das vor allem ein Frauenthema. Denn in der Praxis sind es fast immer die Frauen, die die Konsequenzen ziehen, wenn es zu Hause drunter und drüber geht. Doch familienfreundlichere Bedingungen das nutzt allen – Männern und Frauen. Die IG Metall und ihre Betriebsräte werden deshalb die Familienfreundlichkeit der Unternehmen auf den Prüfstand stellen und bei Bedarf Verbesserungsvorschläge einfordern. Mit der Aktion „Klimaindex Vereinbarkeit“ macht die Gewerkschaft den ersten Schritt.
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