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Krise Schiffbau

Krise im deutschen Schiffbau

Regierung muss entschlossen handeln

08.04.2013 Ι Auf der 8. Nationalen Maritimen Konferenz in Kiel geht es um die Zukunft der Werftenbranche, die unter einer tiefgreifenden Krise ächzt. Um die Rahmenbedingungen zu verbessern, ist die Politik gefragt und Angela Merkels klares Bekenntnis zur Küste.

Die Lage im Schiffbau spitzt sich dramatisch zu. Die Krise beutelt Häfen, Werften und Dienstleister. In den letzten fünf Jahren haben acht Werften sowie einige Zulieferer aufgegeben. Branchenexperten sprechen von der schwersten Schiffbaukrise der Nachkriegszeit. Die IG Metall Küste hat auf der 8. Nationalen Maritimen Konferenz die Bundesregierung mit Nachdruck dazu aufgefordert, ein deutliches Signal für die Arbeitsplätze und Standorte der maritimen Wirtschaft in Norddeutschland zu setzen. "Die Bundesregierung muss endlich entschlossen handeln", erklärte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste auf der Kundgebung von 800 Teilnehmern in Kiel.

 

Verpatzte Energiewende

Geiken verwies zum Auftakt der zweitägigen Konferenz auf Entlassungen, Insolvenzen und Kurzarbeit auf Werften und in der Windkraftindustrie. Die Betriebe haben Mühe im internationalen Wettbewerb zu bestehen, weil kaum noch Banken bereit sind, eingeworbene Aufträge zu finanzieren. Besonders bei der Ausführung geplanter Windkraftanlagen zaudern die Geldhäuser mit Krediten. Eine der Ursachen ist das Planungschaos der Bundesregierung und das Hickhack zwischen den Ministerien. Der verpatzte Start der Energiewende gefährdet Investitionen und Arbeitsplätze.

Bürgschaften der öffentlichen Hand könnten hier Abhilfe schaffen und Beschäftigung sichern. Denn die Branche hat durchaus Zukunftsperspektiven. Allein durch Offshore-Energiegewinnung mit Windkraft, Öl und Gas entsteht neuer Bedarf an Errichterschiffen, Plattformen und Kabellegern. Etwa 17 600 Menschen sind in Deutschlands Werftenindustrie beschäftigt. Um die Arbeitsplätze zu sichern, fordert die IG Metall die Verlängerung der Kurzarbeit auf 24 Monate, damit Beschäftigung und Know-how in den Betrieben gehalten werden. Die Zeit der Unterauslastung könnte für eine weitere Qualifizierung der Beschäftigten genutzt werden.

Dringender Handlungsbedarf

Auch Fördergelder für Innovationsprojekte hätte die Branche bitter nötig. Bisher stehen für 2013 nur 26 Millionen Euro zur Verfügung. Weitere 60 Millionen Euro für beantragte Projekte hängen jedoch in der Warteschleife. Der Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals lässt nach den bisherigen Plänen von Verkehrsminister Ramsauer noch Jahre auf sich warten. Sorgen bereitet den Beschäftigten auch die distanzierte Haltung von Umweltminister Altmaier zur Offshore-Windindustrie.


Zum Auftakt der 8. Nationalen Maritimen Konferenz in Kiel versammelten sich Beschäftigte der Branche zu einer Demonstration, um der Gastrednerin Angela Merkel die Dringlichkeit der Probleme deutlich zu machen. Zur Kundgebung hatten IG Metall, DGB und Verdi gemeinsam aufgerufen. Mit dabei waren unter anderem Beschäftigte der Norddeutschen Seekabelwerke, der Fassmer Werft, von Abeking & Rasmussen, von Premium Aerotec und SGL Rotec. "Der deutsche Schiffbau wird sich nicht mit billigeren, sondern nur mit besseren Produkten auf dem Weltmarkt durchsetzen", erklärte Bezirksleiter Geiken vor mehr als 800 Teilnehmern.

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