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Beschäftigtenzahl im Schiffsbau sinkt

Schiffsbau: deutsche Werften in der Krise

Sofortprogramm für Schiffsbau notwendig

21.05.2010 Ι Die Krise ist noch nicht vorbei. Vor allem im Schiffsbau macht sich das bemerkbar. Viele Werften haben noch immer zu wenige Aufträge und kommen kaum an Kredite heran. Und die Konkurrenz drängt mit Tiefstpreisen. Die IG Metall und der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) haben ein Sofortprogramm entwickelt. Das muss nun nur noch umgesetzt werden.

Den deutschen Werften steht das Wasser bis zum Hals: Das Auftragspolster schmilzt, man hat kaum Zugriff auf Kredite und eine starke Konkurrenz in Asien bedrängt die deutschen Schiffbauer mit Tiefstpreisen.  Angesichts dieser dramatischen Lage fordern IG Metall  und der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) ein Sofortprogramm.

60 Stornierungen im Wert von circa 2,2 Milliarden Euro müssen die deutschen Werften seit Herbst 2008 verkraften. Sogar Schiffe, deren Bau schon weit fortgeschritten war, wurden nicht mehr abgenommen. Meist lag es daran, dass die in der Branche übliche Zwischenfinanzierung nicht mehr möglich war. Sechs Werften sind bereits in Insolvenz gegangen, andere haben große wirtschaftliche Probleme. Im September 2009 waren noch rund 17 500 Menschen im Schiffbau direkt beschäftigt, ein Rückgang um fast 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr.


Auch 2010 wird die Zahl der Beschäftigten voraussichtlich sinken.

Koreanische und chinesische Werften drängen mit Tiefstpreisen
in das Kerngeschäft der deutschen Werften vor. Hierzulande ist man auf Containerschiffe spezialisiert, die aber von ausländischen Betrieben längst billiger angeboten werden. Doch selbst wenn die deutschen Schiffbauer auf den Bau von Spezialschiffen umschwenken würden, ein Problembliebe bestehen: Viele Banken sind selbst angeschlagen und verweigern deshalb frische Kredite. Die Auftraggeber geben oft nur eine Mini-Anschubfinanzierung bis zu 15 Prozent des Auftragsvolumens. Den Rest müssen die Werften über Banken, Landes- oder Bundesbürgschaften vorfinanzieren.

Perspektive Offshore-Markt
Der Bau neuer Windparks auf hoher See könnte neue Abnehmer bringen. Denn für die Errichtung von Offshore-Windanlagen werden Spezialschiffe benötigt. Doch auch diese Spezialschiffe werden von koreanischen Werften gebaut. Und im Gegensatz zur deutschen Branche wird der Schiffbau in China und Südkorea massiv vom Staat unterstützt.

Sofortprogramm für Schiffsbau
Wenn schnell gehandelt wird, kann Abhilfe geschaffen werden. IG Metall und VSM schlagen ein Sofortprogramm vor, um die Nachfrage zu stimulieren, die Finanzierung zu verbessern sowie Innovationen und Umweltschutz zu fördern. Außerdem soll das KfW-Sonderprogramm, das Ende 2010 ausläuft, verlängert werden. Bei Krediten soll der Bund zudem mehr als die zurzeit maximal möglichen 90 Prozent des Risikos übernehmen können.

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