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Aktion "Absprung" - Protest gegen Atomkraftwerke. Foto: Bodo Marks

Kettenreaktion: Protest gegen Atomkraftwerke

Mehr als 120 000 Menschen protestieren gegen Atomkraft

25.04.2010 Ι Beim bisher größten Protest gegen Atomkraftwerke in Deutschland beteiligten sich am vergangenen Samstag rund 120 000 Menschen. Mit der Menschenkette auf einer Strecke von mehr als 120 Kilometern zwischen den Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel protestierten die Demonstranten gegen den Weiterbetrieb der Pannenmeiler.

Flashmob, Menschenkette, Plakatierparty, Angeln von Atomfässern und weitere spektakuläre Aktionen - der 24. April 2010 stand ganz im Zeichen des Atomausstiegs. Mehr als 120 000 Menschen protestierten anlässlich des 26. Jahrestages der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl gegen die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken. Auch die IG Metall beteiligte sich an dem Bündnis von Umweltverbänden, Bürgerintiativen, Erneuerbare-Energien-Verbänden, kirchlichen Organisationen und Jugendverbänden.

Kettenreaktion - was das heißt



Mit einer Menschenkette vom Atomkraftwerk Brunsbüttel durch Hamburg hindurch zum Atomkraftwerk Krümmel sollte am vergangenen Samstag protestiert werden. Das ist gelungen. Über 120 000 Menschen bildeten auf der Strecke eine Menschenkette. Die Aktion selbst wiederum soll eine bundesweite Kettenreaktion auslösen, sollte die Bundesregierung in der Atompolitik nicht einlenken.

IG Metall setzt auf nachhaltige und soziale Industriepolitik
Die IG Metall hat eine nachhaltige und soziale Industriepolitik ohne Risiken der Atomkraft gefordert: "Wir setzen auf erneuerbare Energien zu vernünftigen Arbeitsbedingungen", sagte Jutta Blankau, Bezirksleiterin der IG Metall Küste, auf einer Kundgebung nach der Anti-Atom-Kette in Hamburg. Der Energiekonsens dürfe von der schwarz-gelben Bundesregierung nicht wieder in Frage gestellt werden. Längere Laufzeiten für die Atomkraftwerke lehne die Mehrheit der Menschen in Deutschland ab. "Klar ist aber auch: Die Beschäftigten in den Atomkraftwerken müssen eine Perspektive haben", erklärte die Gewerkschafterin.
"Wir werden das Know-how der hochqualifizierten Beschäftigten für den Rückbau der Kernkraftwerke und für die Entsorgung des nuklearen Abfalls brauchen", sagte das geschäftsführende Vorstandsmitglied der IG Metall, Helga Schwitzer, auf einer Kundgebung in Elmshorn. Wie in der Stahlindustrie werde die Gewerkschaft für alternative Arbeitsplätze und sozialverträgliche Lösungen bei der Sicherung von Beschäftigung und Tarifbindungen streiten.



Wolfgang Rhode, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, forderte von der Bundesregierung ein klares Bekenntnis zum Ausbau erneuerbarerer Energien: "Die Solarenergie muss weiter gefördert werden, die Einspeisevergütung ist der richtige Weg", erklärte er vor dem Atomkraftwerk in Krümmel. Rhode sieht auch die Arbeitgeber in den neu entstandenen Branchen in der Verantwortung: Mit entwürdigenden Arbeitsbedingungen und Hungerlöhnen müsse Schluss sein.
Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Unterelbe, Uwe Zabel, spricht von einem großen Erfolg: "Das historische Bündnis aus Umweltverbänden, Initiativen, Parteien und Gewerkschaften hat gezeigt, dass alle gemeinsam für eine menschliche, ökologische und soziale Zukunft kämpfen." Auf einer Kundgebung vor dem Atomkraftwerk Brunsbüttel forderte er von der Politik: "Macht endlich wieder Politik für die Mehrheit der Menschen!"

Absprung damit abgeschaltet wird



Unter dem Motto "Absprung" beteiligten sich Aktivisten der verschiedenen Organisationen und Verbände an einem Fallschirmsprung. Denn der Absprung von der Atomenergie muss geschafft werden. "Das Engagement der vielen Ehrenamtlichen und der Zuspruch von engagierten Menschen aus allen Regionen Deutschlands und quer durch alle gesellschaftlichen Milieus waren enorm", erklärte BUND-Atomexperte Thorben Becker. Die Bundesregierung müsse nun ihren Pro-Atom-Kurs korrigieren.


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Links und Zusatzinformationen

Motto "Absprung": Der Fallschrimsprung beim Aktionstag gegen Atomkraft.
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