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Interview mit dem Ersten Vorsitzenden der IG Metall, Detlef Wetzel

Interview mit dem Ersten Vorsitzenden der IG Metall, Detlef Wetzel

"Auf uns ist Verlass"

20.01.2015 Ι Die Bilanz des vergangenen Jahres kann sich sehen lassen: Die IG Metall gewann mehr neue Mitglieder und verbuchte politische Erfolge. Auch für 2015 hat sich die Gewerkschaft viel vorgenommen, sagt Detlef Wetzel im Interview.

Detlef, bist Du zufrieden mit den Erfolgen des vergangenen Jahres?
Detlef Wetzel: Ja.Wir sind 2014 zum vierten Mal in Folge gewachsen. Wir haben jetzt 2 269 281 Mitglieder. Im vergangenen Jahr sind insgesamt 110 159 neue Mitglieder in die IG Metall eingetreten. Das sind - um sich das einmal plastisch vor Augen zu führen - mehr Menschen als die gesamte Bevölkerung in Großstädten wie etwa Jena, Erlangen oder Bremerhaven.

 

Was macht denn die IG Metall so attraktiv?
Wir holen die Beschäftigten dort ab, wo sie stehen. Wir beteiligen unsere Mitglieder an unseren Schwerpunkten. Und wir setzen bei der neuen Bundesregierung politische Erfolge im Sinne der Beschäftigten durch.

 

Welche denn?
Die Einführung des Mindestlohns und die Rente mit 63 nach 45 Beitragsjahren sind wichtige Schritte in Richtung neue Ordnung auf dem Arbeitsmarkt. Ebenso drei weitere Punkte: die Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen, die Begrenzung von Leiharbeit sowie das Rückkehrrecht zur früheren Arbeitszeit nach der Elternzeit. Das sind Themen, bei denen wir Druck auf die Politik gemacht haben.

 

Was hast Du Dir für 2015 vorgenommen?
Zunächst werden wir die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie erfolgreich abschließen.

 

Und dann?
Wir werden nicht zusehen, wenn Arbeitgeber vor starken Industriegewerkschaften in für sie günstigere Tarifbereiche "flüchten". Deshalb werden wir in den nächsten Monaten einen Schwerpunkt auf den Bereich der industriellen Dienstleistungen legen. Denn: Beschäftigte dürfen nicht anders behandelt werden, weil sich das Firmenlogo oder die Farbe des Arbeitsanzugs geändert hat. Für die Arbeitsvorbereitung bis zur Endmontage, für die Lagerverwaltung bis zur Produktion gilt: Wir brauchen ein System unterschiedlicher IG Metall-Tarifverträge.

 

Die Ordnung auf dem Arbeitsmarkt ist ...
... noch lange nicht wieder hergestellt. Deshalb wollen wir erstens den Missbrauch von Werkverträgen regeln. Und zweitens fordern wir mehr Investitionen. Dabei sind nicht nur die Unternehmen, sondern auch der Staat gefragt.

 

Was heißt das genau?
Wir brauchen pro Jahr mindestens 20 Milliarden Euro mehr an staatlichen Investitionen. Und wir brauchen Bündnisse, um den Industriestandort Deutschland zu sichern. Deshalb haben wir gemeinsam mit Bundeswirtschaftsminister Gabriel und Arbeitgeberpräsident Grillo das Bündnis zur "Zukunft der Industrie" ins Leben gerufen. Die IG Metall kann und will weiterhin zum Erfolg der deutschen Wirtschaft beitragen. Dass uns das gelingt, darauf ist Verlass.

 

IG Metall: eine starke Organisation  

  • Mit 230 152 Mitgliedern unter 27 Jahren ist die IG Metall nach wie vor die größte politische Jugendorganisation in Deutschland.
  • Mehr als 400 000 Frauen sind Mitglied der IG Metall.
  • Seit 2007 haben wir über 150 000 Angestellte in die IG Metall aufgenommen.
  • 2014 sind wieder mehr als 10 000 Leiharbeiter in die IG Metall eingetreten.

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