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Internationaler Frauentag 2015

Wer die Besten will, kann auf Frauen nicht verzichten

06.03.2015 Ι Die gesetzliche Frauenquote für Aufsichtsräte ist beschlossen. Doch zufrieden sind Frauen noch lange nicht. Damit in Deutschland endlich Chancengleichheit herrscht, brauchen Frauen bessere Entwicklungsmöglichkeiten in den Betrieben, in der Gesellschaft und in den Familien. Und die packt die IG Metall an - gemeinsam mit ihnen.

Jetzt ist auch mal gut. Das mag so mancher denken, wenn am 8. März wieder der Internationale Frauentag naht. Nachdem nun die Frauenquote für Aufsichtsräte verabschiedet und ein Entgeltgleichheitsgesetz auf den Weg gebracht wurden, gibt es doch kaum noch etwas zu bemängeln oder doch? Ist die Gleichstellung von Frauen damit in trockenen Tüchern? Tatsächlich glaubt daran nur eine Minderheit der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland. Nach einer aktuellen Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der IG Metall verneinen 78 Prozent der Befragten diese Frage. Ihrer Meinung nach werden Frauen bei der Entlohnung und bei der Besetzung von Führungspositionen in der Wirtschaft nach wie vor benachteiligt. "Die Quote ist ein guter erster Schritt und die beste Kulturförderung, die die Wirtschaft in Deutschland erfahren kann", sagt Christiane Benner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall.

In der jüngeren Vergangenheit hat sich einiges zum Positiven verändert. Frauen hatten noch nie so viele berufliche Möglichkeiten wie heute. Mit einer qualifizierten Berufsausbildung oder einem Studienabschluss stehen ihnen viele Wege offen - auch auf besser bezahlte Arbeitsplätze als Ingenieurin oder Mathematikerin ebenso wie in den eher männlich dominierten Metallbranchen.

Trotzdem klappt es nicht so recht mit der Gleichstellung. Denn noch immer ist der Anteil von Frauen an geringer bezahlter Arbeit hoch und Führungspositionen sind eher männerdominiert. Da hilft es nicht, dass Frauen gleich gut oder manchmal sogar besser ausgebildet sind als Männer. Trotzdem kann rein statistisch nur jede fünfte Frau auf eine Beförderung hoffen, aber jeder dritte Mann steigt auf. Die gesetzliche Frauenquote ist ein Kompromiss, trotzdem kann sie einen Beitrag zur Geschlechtergerechtigkeit leisten. Denn sie ist das Signal dafür, die Chefetagen unter die Lupe zu nehmen. Zwar wird nun nicht mit einem Schlag die betriebliche Realität umgekrempelt. Doch "die Quote bringt zumindest deutliche Risse in die Gläserne Decke, an die Frauen im Laufe ihres Berufsleben stoßen", so Benner.
 

Betriebe mit gutem Beispiel voran

Tatsächlich geht es darum, dass Frauen bessere Entwicklungsmöglichkeiten bekommen. Und da fehlt es in vielen Unternehmen noch an den passenden Rahmenbedingungen. Dabei gibt es erste Ansätze: Dann, wenn Arbeitgeber Arbeitsbedingungen familienfreundlicher gestalten, Arbeitszeiten flexibilisieren und gezielt Weiterbildung anbieten. So wie beim Flugzeugbauer Airbus. Dort gibt es ein spezielles Meisterinnenförderprogramm. Oder dem Stuttgarter Autozulieferer Mahle, der gemeinsam mit dem Betriebsrat ein Projekt für Frauen auf den Weg gebracht hat mit dem Titel "Erfahrungen nutzen, Ressourcen erweitern". Daneben haben Betriebsräte und IG Metall in einigen Unternehmen Arbeitszeitregelungen erreicht, die besser mit den Familienanforderungen vereinbar sind. Praktische Hilfe bietet auch der "Klimaindex Vereinbarkeit" der IG Metall. Mit ihm lässt sich herausfinden, wo die Knackpunkte im Betrieb liegen und wo es Handlungsbedarf gibt. Auch beim Thema Entgeltgleichheit unterstützt die IG Metall mit einer Kampagne: "Auf geht's - faires Entgelt für Frauen".

Die Frauenquote für Aufsichtsräte und das ElterngeldPlus sind Meilensteine für Gleichstellung. Doch notwendig ist noch mehr Bewegung - in der Politik, in den Betrieben und natürlich auch bei den Männern. Denn Frauen wollen einen guten Job machen. Sie wollen aber auch mit ihren Partnern gemeinsam die Familie betreuen können und finanziell auf eigenen Beinen stehen. Aber ohne entsprechende Rahmenbedingungen in den Unternehmen und in der Gesellschaft kann das nicht gelingen. Nach dem über 100 Jahren währenden Kampf um Frauenrechte müssen Frauen immer noch zu viele Hürden überwinden, um mit den Männern gleichzuziehen.


Das fordert die IG Metall

  • Bessere berufliche Entwicklungsperspektiven und Zugänge zu Qualifizierung
  • Gleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit
  • Flexible, an unterschiedliche Lebensphasen angepasste Arbeitszeitmodelle
  • Ein verbindliches Recht auf Teilzeit und Rückkehr in Vollzeit
  • Mehr und bessere Kinderbetreuungsplätze, möglichst in Ganztagsbetreuung 
  • Eine Aufwertung frauendominierter Berufe
  • Eine nachhaltige Reform der Minijobs, um die soziale Sicherung ab der ersten Arbeitsstunde zu gewährleisten
  • Gesetzliche Regelungen und Rahmenbedingungen, die es möglich machen, dass Männer und Frauen gleichberechtigt die Verantwortung für die Familie übernehmen können.

 

Die IG Metall wird sich jeden Tag für gleiche Chancen, für gerechte Bezahlung, für eine bessere Vereinbarkeit und für ein gutes Miteinander von Männern und Frauen einsetzen.

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