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Corona: Wie der Betriebsrat von Mercedes-Benz in Rastatt handelt
„Die Krise solidarisch meistern“

Im Umgang mit der Corona-Krise haben Betriebsräte eine große Verantwortung. Dem Betriebsrat des Mercedes-Benz Werks Rastatt geht es primär darum, die Gesundheit aller Kolleginnen und Kollegen zu schützen.


Bei Mercedes-Benz in Rastatt hat der Betriebsrat sofort reagiert und zusammen mit der Standortleitung einen Krisenstab gebildet, um die Beschäftigten vor den Folgen der Pandemie zu schützen. Erste Maßnahmen wurden bei Kollegen ergriffen, die aus dem  Risikogebiet Tirol zurückkehrten. Sie wurden sofort in die Quarantäne bei voller Entgeltfortzahlung geschickt.

Der Standort, an dem Kompaktfahrzeuge gefertigt werden, liegt nahe an der französischen Grenze. Bevor die französische Region Grand Est zum Risikogebiet deklariert wurde, legte der Krisenstab schon Maßnahmen fest, bei denen mehr als 700 Grenzgänger nach Hause ins Homeoffice oder in die Freistellung bei voller Entgeltfortzahlung geschickt wurden. Innerhalb von drei Stunden wurde eine 3-Schicht zu einer 2-Schicht zusammengeführt und Kollegen auf die restlichen Schichten verteilt.

Dies konnte nur mit einer guten Organisation und einer klaren Kommunikation über die Führungskräfte und Betriebsräte bewerkstelligt werden. Mindestens ein Vertreter des Betriebsrats war bei jeder Schicht im jeden Werksgebäude (Rohbau, Montage, Oberfläche) anwesend, um persönlich zu informieren und um die Belangen der Kollegen aufzunehmen. Gerade in außergewöhnlichen Zeiten wie diese ist es wichtig, Fragen und Sorgen der Mitarbeiter ernst zu nehmen und im Krisenstab zu besprechen, betont der Betriebsratsvorsitzende Murat Sür.


Besondere Hygienemaßnahmen in der Kantine

Ein weiteres Thema, das im Mercedes-Benz Werk Rastatt zu regeln war, betraf den Kantinenbetrieb. Hier wurden die Hygienemaßnahmen extrem verschärft, um die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten. Zum Beispiel bekommt der Mitarbeiter nur noch ein vorbereitetes Tablett mit Besteck ausgehändigt, es gibt keine Selbstbedienung mehr, Kantinenmitarbeiter schöpfen das Essen auf die Teller und nach Verlassen der Plätze werden die Tische und Türgriffe desinfiziert. Aus Kapazitätsgründen wurde eine von zwei Kantinen vorübergehend geschlossen. Auch hier funktioniert der empfohlenen Mindestabstand unter den Mitarbeitern sehr gut, man hat ausreichend Platz um einen Tisch zwischen den Gästen frei halten zu können.

Seit Montag sind Beschäftigte in der Verwaltung und die, die es möglich machen können, schon zum großen Teil im Homeoffice. Vom 18. März bis 3. April wird es am Standort Rastatt zu einer Arbeitsunterbrechung kommen. Dazu wird ab heutigen Donnerstag die Produktion sukzessive auf den Notbetrieb runtergefahren. Gleichzeitig wird es Funktionen geben, die den Notbetrieb aufrecht erhalten und am Standort vor Ort anwesend sein müssen.


Gesundheit der Beschäftigten geht vor

Während der 14-tägigen Arbeitsunterbrechung beobachten Betriebsrat und Standortleitung die Entwicklungen und entscheiden über die ab Montag, 6. April gültigen Regelungen. Wenn die Corona-Thematik bis dahin nicht vorbei ist, bereitet sich der Betriebsrat darauf vor, dass das Unternehmen Kurzarbeit für die Beschäftigten beantragt.

Die Angst und Verunsicherung in der Belegschaft, sich zu infizieren, sei verständlich und werde ernst genommen. Es ist aber leider in vielen Bereichen nicht möglich, in der Produktion den empfohlenen Mindestabstand einzuhalten. Deshalb ist die Entscheidung, den Großteil der Belegschaft nach Hause zu schicken, auf alle Fälle richtig. „Die Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen geht vor“, sagt der Betriebsratsvorsitzende Sür. „Die Situation ist alles andere als leicht, aber wir sind zuversichtlich, dass wir diese Krise solidarisch meistern und dass wir bald wieder zu einem normalen Alltag übergehen können.“

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