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Holz-Tarifrunde 2014: Beschäftigte machen Druck. Foto: IG Metall Osnabrück

Holz-Tarifrunde 2014: Beschäftigte machen Druck

Mit Aktionen und Warnstreiks in die dritte Runde

22.05.2014 Ι 4,5 Prozent mehr Geld und 60 Euro mehr für Azubis: Dafür haben Holz- und Kunststoff-Beschäftigte diese Woche mit Aktionen und Warnstreiks Druck auf die Arbeitgeber gemacht. Heute startet die dritte Runde für Westfalen-Lippe beim Arbeitgeberverband in Herford. Dort hat die IG Metall ebenfalls zu einer Protestaktion aufgerufen.
Nachdem die Arbeitgeber auch in der zweiten Runde nicht bereit waren, mit der IG Metall konstruktiv zu verhandeln, hatte sie für diese Woche zu Aktionen aufgerufen. Ob mit Unterschriftenaktionen in den Betrieben, Infoveranstaltungen, "aktiven Pausen" oder auch Warnstreiks - etwa 2000 Beschäftigte der Holz- und Kunststoffbranche in Baden-Württemberg, Westfalen-Lippe und Niedersachsen folgten dem IG Metall-Aufruf und demonstrierten für ihre Forderung nach 4,5 Prozent mehr Geld.

Aktive Mittagspausen: "4,5 mehr muss her"

Aktiv dabei waren etwa 500 Beschäftigte des Möbelherstellers Hülsta im westfälischen Bocholt. Auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung informierten sie sich am Montag über die Tarifrunde. Währenddessen sammelten ihre Kolleginnen und Kollegen bei Hogoe in Oelde bei einer halbstündigen Informationsveranstaltung Unterschriften. Etwa 84 Beschäftigte unterschrieben die Listen, die der Betriebsrat an die Geschäftsleitung übergab.

Beschäftigte von Hülsta informieren sich auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung. Foto: Hans-Joachim Hebing

Beschäftigte von Hülsta informieren sich auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung. Foto: Hans-Joachim Hebing

Unterschreiben für gerechten Lohn: Beschäftigte bei Hoege in Oelde sind dabei. Foto: Norbert Hüsson

Unterschreiben für gerechten Lohn: Beschäftigte bei Hoege in Oelde sind dabei. Foto: Norbert Hüsson


Auch in Niedersachsen und Bremen waren Holzwürmer aktiv. Bei Dorma Hüppe im niedersächsischen Westerstede durfte der Arbeitgeber 110 Unterschriften entgegennehmen und bei dem Büromöbelhersteller Haworth in Bad Münder versammelten sich über 100 Mitarbeiter vor dem Werkstor und machten "aktiv Pause". "Wir verdienen es" war auf ihren roten T-Shirts zu lesen, mit dem die Beschäftigten ihre Forderung nach einem Einkommensplus unterstrichen.

"4,5 mehr muss her": Daran kommen die Arbeitgeber von Oeseder Möbel-Industrie Wiemann nicht vorbei. Foto: Wilfried Hartmann

4,5 mehr muss her: Daran kommen die Arbeitgeber von Oeseder Möbel-Industrie Wiemann nicht vorbei.
Foto: Wilfried Hartmann

Ein "tarifliches Mittagessen" vor dem Werkstor gönnten sich rund 150 Beschäftigte der Oeseder Möbel-Industrie Wiemann in Georgsmarienhütte. "4,5 mehr muss her" sprühten Aktive mit Farbe auf den Bürgersteig vor dem Betrieb und setzten damit ein deutliches Signal an die Arbeitgeber.

Weiter Warnstreiks im Süden

In Baden-Württemberg, wo bereits Warnstreiks möglich sind, rief die IG Metall in Holz- und Kunststoff-Betrieben wieder dazu auf, die Arbeit für eine befristete Zeit ruhen zu lassen. Rund 200 Beschäftigte bei Rolf Benz in Nagold legten zeitweise die Arbeit nieder. In der kommenden Woche sind weitere Warnstreiks geplant, unter anderem bei Ruppel in Lauda und Rauch in Freudenberg.

Bisher haben sich in Baden-Württemberg rund 1500 Beschäftigte an Warnstreiks beteiligt. Heute gehen die Verhandlungen in Herford/Westfalen in die dritte Runde. Zum Verhandlungsauftakt hat die IG Metall zu einer großen Protestaktion aufgerufen. Die Gewerkschaft appelliert erneut an die Arbeitgeberseite, endlich ihre Blockade aufzugeben und ein ordentliches Angebot vorzulegen. Die Beschäftigten haben es verdient, dass ihre Forderung mit Respekt behandelt wird.

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