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Gerechtigkeitslandkarte: Tarifbindungsbilanz 2016

Gerechtigkeitslandkarte: Tarifbindungsbilanz 2016

145 Mal mehr Gerechtigkeit geschaffen

27.01.2017 Ι Lange zog sich der Prozess beim Trafokesselbauer Menk hin. Die Belegschaft ließ nicht locker, bis sie endlich ihr Ziel erreicht hatte: Ein Tarifvertrag, der ihnen mehr Geld, mehr Urlaub und kürzere Arbeitszeiten bringt. Menk im hessischen Bad Marienberg ist ein Beispiel von 145 Betrieben, wo es 2016 gelungen ist, die Tarifbindung herzustellen.

Im vergangenen Jahr konnte die IG Metall bundesweit die Tarifbindung stärken. "Dadurch sind 145 Betriebe und damit 36 000 Beschäftigte erstmals unter dem Schutz eines Tarifvertrages", erklärt IG Metall-Vorsitzender Jörg Hofmann. Das bedeutet: 20 Prozent mehr Entgelt, drei Stunden weniger arbeiten, vier Tage mehr Urlaub. Das ist der durchschnittliche Unterschied zwischen einer Fachkraft im tarifgebundenen und nicht tarifgebundenen Betrieb.

 

Tarifbindung 2016 hergestellt


 

Beim Trafokesselbauer Menk in Bad Marienberg etwa konnte die IG Metall mit den Beschäftigten einen Firmentarifvertrag durchsetzen. 17 Monate zog sich der Prozess hin. Die Beharrlichkeit der Belegschaft zahlte sich am Ende aus: Die wöchentliche Arbeitszeit wurde bei Menk von 42 auf 40 Stunden reduziert und alle erhalten einen Urlaubstag mehr. Zudem gab es für die Beschäftigten im Mai 2016 das ausgehandelte Entgelt-Plus für das Metallhandwerk von 2,85 Prozent. "Die Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital, das die Firma hat. In die muss sie investieren", sagt Jörg Hübner, Betriebsratsvorsitzender bei Menk.

Auch in Assamstadt im Nordosten von Baden-Württemberg und in Nortorf bei Rendsburg im hohen Norden hatten Belegschaften im letzten Jahr Grund zum Feiern: Der Automobilzulieferer Magna ist am 1. Januar 2017 dem Arbeitgeberverband Südwestmetall beigetreten und erkennt damit die Flächentarifverträge für die Metall- und Elektroindustrie verbindlich an. Das bringt für die Magna-Beschäftigten ein dickes Plus. "Unsere unteren Lohngruppen lagen 20 Prozent unter Tarif", sagt Betriebsratsvorsitzende Sabine Maurer. Zusätzlich gibt es für sie rückwirkend die vereinbarten 150 Euro plus 2,8 Prozent mehr Geld, wie es der Metall-Tarifabschluss von 2016 vorsieht . Ab August 2017 kommen weitere zwei Prozent hinzu.

Bei der Gießerei Procast Guss in Nortorf konnte die Belegschaft Tarifflucht verhindern. Im Frühjahr 2016 war die Gießerei aus dem Arbeitgeberverband Nordmetall ausgetreten und wollte damit die Entgelte absenken. Die wirtschaftliche Situation war nicht optimal, Kurzarbeit war angesagt. Die Beschäftigten wehrten sich und konnten ihren Arbeitgeber im Oktober dazu bewegen, wieder dem Verband beizutreten. Damit gilt für sie jetzt wieder der Flächentarifvertrag. Zudem verpflichtete sich der Arbeitgeber, zu investieren und Beschäftigung sowie Standort in Nortorf zu sichern. Im Gegenzug verzichtet die Belegschaft für zwei Jahre weitestgehend auf Weihnachts- und Urlaubsgeld. Allerdings bekommen die IG Metall-Mitglieder - und das sind etwa 90 Prozent der Belegschaft - einen Teil davon als "Mitgliederbonus" wieder zurück.

Die drei Beispiele zeigen: Wo Tarifverträge gelten, geht es gerechter und fairer zu. Nur ein Tarifvertrag garantiert "gleichen Lohn für gleiche Arbeit". Und deshalb ist und bleibt für die IG Metall die Tarifbindung die "Gerechtigkeitsfrage Nummer Eins".

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Wozu sind Tarifverträge gut?

Tarifverträge regeln Löhne, Gehälter und Vergütungen für Auszubildende - aber auch die Zahl der Urlaubstage, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und wie lange Beschäftigte arbeiten müssen. Ohne Tarifverträge sind die Arbeitszeiten länger und der Urlaub kürzer - laut Gesetz nur 20 Arbeitstage. Meist gelten die Tarifverträge für ein Jahr oder auch länger. Wenn sie ablaufen, wird über neue verhandelt.

Mitgliederwerbeaktion
Mit Tarifvertrag geht's gerechter zu:

beim Entgelt, beim Urlaub, bei der Arbeitszeit - und es gibt Rechtsschutz. Aber: Nur Mitglieder haben einen Anspruch darauf.

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